Facebook-Bekannten der Tochter ermordet: Erneut vor Gericht

Die Ermordung eines jungen Mannes, der über Facebook Kontakt zu einem zwölfjährigen Mädchen aufgenommen hatte, wird vor dem Landgericht Aachen von Donnerstag an teilweise neu aufgerollt. Der Vater des Mädchens hatte den 29-jährigen, behinderten Mann im August 2015 in einem Hinterhalt mit einem Bajonettmesser erstochen. Die Richter verurteilten ihn zu lebenslanger Haft und stellten die besondere Schwere der Schuld fest. Das Urteil gegen seine Frau und einen Freund der Familie wegen Mordes hob der Bundesgerichtshof in einem Revisionsverfahren auf.

05.11.2018, 06:39 Uhr / Lesedauer: 1 min
Facebook-Bekannten der Tochter ermordet: Erneut vor Gericht

Ein Fotograf vor dem Bild der Justitia. Foto: Friso Gentsch/Archiv

Die Aachener Richter müssen nun prüfen, ob die 33-jährige Mutter des Mädchens und der 29-jährige Freund der Familie tatsächlich eine Tötungsabsicht hatten, wie ein Gerichtssprecher in Aachen mitteilte. Möglicherweise habe der Vater den behinderten jungen Mann auch im Alleingang getötet.

Die Drei hatten laut erstem Urteil angenommen, der 29-Jährige sei ein Pädophiler. Tatsächlich konnte der junge Mann aber nicht wissen, dass hinter dem Facebook-Profil einer angeblich 22-Jährigen tatsächlich ein zwölfjähriges Mädchen steckte. Der Vater hatte vor Gericht gestanden, dass der Mann eine „Abreibung“ bekommen sollte. Er habe ihn dann aber rasend vor Wut umgebracht. Doch diese Version einer ganz spontanen Tat sah das Gericht in dem Indizienprozess als widerlegt an.

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