FBG plant als erste Schule Deutschlands einen Schüleraustausch mit Kuba

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Für diesen Schüleraustausch ist die Fürsprache des Außenministeriums nötig. Das Friedrich-Bährens-Gymnasium plant Außergewöhnliches: als erste deutsche Schule einen Austausch mit Kuba.

Schwerte

, 12.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Frankfurt - Havanna: Die Flugzeit liegt bei über zehn Stunden. Und allein diese Info lässt erahnen, wie außergewöhnlich der Schüleraustausch ist, den das Friedrich-Bährens-Gymnasium plant. Im September 2019 sollen Schüler aus Schwerte in die kubanische Hauptstadt fliegen. Es wäre der erste Austausch zwischen einer deutschen und einer kubanischen Schule.

Schüler sollen Einblick in sozialistischen Staat erhalten

„Die Spanisch-Kenntnisse zu vertiefen ist dabei nur ein Aspekt, um den es geht“, betont Schulleiter Heiko Klanke, der die Idee zu dem ungewöhnlichen Projekt hatte: „Die Menschen dort haben zum Teil sehr wenig, sind aber sehr herzlich“, schildert er seine persönlichen Reiseerfahrungen. Es gehe auch darum, den Schülern Einblick in das Leben in einen sozialistischen Ein-Parteien-Staat zu geben, in einen Alltag, der sich von unserer konsumgeprägten Gesellschaft deutlich unterscheidet.

„Kuba ist ein hoch spannendes Land im Umbruch. Diese herzlichen Menschen werden die Schule und unsere Stadt bereichern“, sagt Dimitrios Axourgos, der vor seiner Wahl zum Bürgermeister am FBG unterrichtet hat. Er hat sich ebenso für den Austausch mit der Karibikinsel eingesetzt wie die Cuba-Hilfe Dortmund.

Kubanische Behörden waren schwer zu erreichen

Das war auch nötig, denn Kontakte zu kubanischen Behörden aufzubauen, gestaltete sich äußerst schwierig, so Klanke. Die erste Idee hatte er schon vor 25 Jahren, vor 5 Jahren intensivierte er seine Bemühungen. Blieb aber erfolglos, bis er im Sommer gemeinsam mit Axourgos Kontakt zu Michelle Müntefering, Staatsministerin im Auswärtigen Amt, aufnahm. Etwa zeitgleich kam Lehrerin Sabine Benesch mit Friedhelm Böcker von der Cuba-Hilfe Dortmund ins Gespräch. Und so gelang es endlich, einen festen Kontakt herzustellen.

Der Grundstein für den Austausch wurde bei einem Gespräch in der kubanischen Botschaft in Bonn gelegt. Schwarz auf weiß zeigt das eine Urkunde, die Friedhelm Böcker und Manfred Damrow von der Cuba-Hilfe am Mittwoch an die Schule überreichten. Auch das Außenministerium habe die Unterstützung zugesagt, eben weil es der erste Schüleraustausch zwischen Deutschland und Kuba wäre.

Details werden im Januar in Havanna abgesprochen

Die besonderen Umstände spiegeln sich auch bei der Planung des Austauschs wider: Die Schule, die die FBG-Delegation besuchen wird, wird nicht von den Schwertern, sondern vom kubanischen „Institut für Völkerfreundschaft“ ausgesucht. Auch die Entscheidung, ob die Deutschen bei Gastfamilien oder vielleicht in einer zentralen Unterkunft untergebracht werden, wird man den Gastgebern überlassen (müssen).

Details dazu will Klanke, der im Januar gemeinsam mit den beiden Spanisch-Lehrerinnen Vanessa Schüller und Sabine Benesch sowie Hans-Christian Mundt als Elternvertreter nach Havanna fliegt, vor Ort klären. „Drei Mal“ habe die Bezirksregierung Nachfragen zu der eher ungewöhnlichen Dienstreise gehabt, so Klanke mit einem Grinsen. Doch nun ist die Genehmigung da.

Fest steht für alle Beteiligten: Der Austausch soll kein „Elite-Projekt“ werden. Es stehen verschiedene Fördermöglichkeiten zur Verfügung, so Klanke. Mindestens zehn Schüler sollen so im September 2019 die Gelegenheit erhalten, „über den Tellerrand hinaus zu schauen und mit einem ganz anderen System in Kontakt zu kommen“, so Bürgermeister Dimitrios Axourgos.

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