Experten erwarten für 2019 wenig Pilze in den Wäldern

2019 könnte in NRW das zweite schlechte Pilzjahr in Folge werden. Aufgrund der langanhaltenden Trockenheit im Sommer, die den Wäldern stark zu schaffen machte, hätten viele Pilze Bäume als Symbiosepartner verloren, sagte die Pilzsachverständige Nannette Sicke-Hemkes vom Waldinformationszentrum Hammerhof in Warburg. Die Einrichtung gehört zum Landesbetrieb Wald und Holz. „Pilze sind eigentlich robust. Aber die Bedingungen waren dieses Jahr erneut ungünstig, weil es viel zu wenig Regen gab“, sagte die Expertin am Freitag.

06.09.2019, 15:59 Uhr / Lesedauer: 1 min
Experten erwarten für 2019 wenig Pilze in den Wäldern

Birken-Rotkappen. Foto: Bernd Wüstneck/Archivbild

Dabei habe die Dürre vor allem die Myzelien in Gefahr gebracht, das feine Fadengeflecht der Pilze im Boden. „Die Wälder sind gestresst, die Bäume geschwächt. Das wirkt sich auf sämtliche Mikroorganismen im ökologischen Gleichgewicht aus“, so die Expertin. Vor allem für beliebte Speisepilze wie Pfifferlinge, Steinpilze, Maronen oder Röhrlinge sehe es nicht gut aus.

Champignons und Riesenschirme, die sich als so genannte Zersetzer aus Totmaterial ernährten, kämen besser weg. Wenn in den nächsten Tagen noch Regen falle, könne sich die Situation insgesamt leicht entschärfen. Zuletzt sei 2017 ein gutes Pilzjahr gewesen.

Trotz der Knappheit soll es zu Beginn der Hauptsaison für Pilzsammler Exkursionen geben. „Wir möchten die Menschen für die Natur sensibilisieren. Denn nur, was sie kennen, sind sie auch bereit zu schützen“, sagte Nannette Sicke-Hemkes.

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