Experte: Künftig weniger Gletscher-Schmelzwasser im Rhein

Im Zuge des Klimawandels wird das Schwinden der Alpengletscher den Trend zum Niedrigwasser im Rhein wohl noch leicht verstärken. In künftigen Hitzeperioden werde der von Gletschern stammende Anteil des Schmelzwassers im Fluss vermutlich sinken, sagte Jörg Uwe Belz von der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) in Koblenz der Deutschen Presse-Agentur.

28.11.2018, 07:09 Uhr / Lesedauer: 1 min
Experte: Künftig weniger Gletscher-Schmelzwasser im Rhein

Ausgeprägte Sandbänke haben sich rund um die Burg Pfalzgrafenstein gebildet. Foto: Boris Roessler/Archiv

„Im heißen Sommer 2003 hatten wir bei Kaub im Mittelrheintal einen Eis-Schmelzwasseranteil von bis zu 20 Prozent“, erklärte der Hydrologe. Für den Dürresommer 2018 lägen noch keine Messdaten vor. „Geschätzt dürfte der gletscherabhängige Schmelzwasseranteil aber schon etwas niedriger gewesen sein.“

Nach mehreren sehr warmen und teils trockenen Jahren haben die Gletscher in der Schweiz seit 2008 ein Fünftel ihres Volumens eingebüßt, wie die BfG unter Berufung auf die Eidgenössische Kryosphärenkommission der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz berichtete. „In sommerlichen Hitzeperioden steht daher weniger Eis-Schmelzwasser zur Verfügung“, erläuterte Belz. „Das könnte der Schifffahrt weh tun.“ Diese leidet schon jetzt unter Niedrigwasser.

Ohne den Schmelzwasseranteil von bis zu 20 Prozent im Sommer 2003 wäre der Wasserstand in der Fahrrinne des Mittelrheins nochmals 28 Zentimeter niedriger gewesen, wie die BfG erklärte. Derzeit fließen laut Belz bei Kaub insgesamt deutlich weniger als 600 Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Das sei nur rund ein Drittel des langjährigen Mittelwerts. Die Fahrrinne ist hier zur Zeit noch zwischen 1,40 und 1,50 Meter tief - viel zu wenig für eine Vollbeladung der Schiffe.

Die länderübergreifende Kommission für die Hydrologie des Rheingebiets (KHR) untersucht in einer neuen Studie, wie sich die Anteile von Gletscher- und Schneeschmelzwasser entwickeln.

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