Experiment hat Chance verdient

dzKommentar der Redaktion

Der Ampeltest am Kreishauskreisel beginnt. Vielleicht arbeitet die Stadt hier endlich an einer effektiven Lösung der Stauprobleme. Ein Kommentar.

15.11.2018, 18:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Versuch macht klug. Auf diese einfache Formel lässt sich das Experiment an der Viktoriastraße bringen. Ein falsch geplanter Kreisverkehr plus so hohe Unfallzahlen, dass man sich gezwungen sah, ihn noch enger zu machen, plus viel zu viel Individualverkehr: Das Ergebnis ist das Dauerärgernis für Tausende Autofahrer, die täglich rund um den Kreisel im Stau stehen.

Dass nun die Planungen für das neue Einkaufszentrum der Stadt endlich den Anstoß geben, dieses Problem anzugehen, könnte sich als Glücksgriff erweisen. Vielleicht ist eine Sortierung der Fußgänger- und Radfahrerströme mittels Ampel die einzige Möglichkeit, zumindest an einer Stellschraube zu drehen. Womöglich wird schließlich jemand sagen: Hätten wir das doch schon eher gemacht.

Der Versuchsaufbau wirkt natürlich übertrieben wüst. „Überwachungskameras“ stehen jetzt schon am Kreisel, demnächst sollen noch massive Sperren kommen, damit die „Versuchstiere“ zu Fuß oder auf Rädern tatsächlich nur die Querung mit Ampel nutzen. Muss das sein? Ja, wenn diese Verkehrsführung ernsthaft ausprobiert werden soll, dann geht es wohl nicht anders. Vielleicht lässt sich ja sogar hier und da später ein baulicher Synergieeffekt nutzen, wenn Teile des Testaufbaus auch für eine langfristige Lösung verwendet werden können. Wie auch immer – dieses Projekt hat eine Chance verdient.

Und ja: Vielleicht ist auch alles für die Katz. Wenn auch mit einer beampelten Viktoristraße der Verkehr im Kreisel nicht spürbar flüssiger wird, dann muss dem nicht motorisierten Verkehr diese Barriere nicht in den Weg gestellt werden. Dann bleibt nur die Suche nach einer großen Lösung, die die Verantwortlichen in Unna sowieso nicht aus den Augen verlieren dürfen: Der Verkehr muss `raus aus der Stadt.

Lesen Sie jetzt