Ex-EKD-Ratsvorsitzender: Einflussverlust der Kirchen

Der frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, nimmt einen massiven Einflussverlust der Kirchen als Folge des Missbrauchsskandals wahr. „Wir verlieren im Turbo-Modus“, sagte der 71 Jahre alte Theologe dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Dienstag). Bislang habe es die Menschen selbst unter den Bedingungen einer fortschreitenden Säkularisierung zumindest interessiert, was die Kirchen zu wichtigen Fragen des Zusammenlebens sagen. Der Missbrauchsskandal führe jetzt dazu, dass die Menschen das nicht einmal mehr hören wollten. Sie sagten den Kirchen: „Ihr solltet besser mal die Klappe halten! Ihr genügt ja bis in die höchsten Hierarchiestufen hinauf nicht einmal euren eigenen Normen!“ Diese Reaktion sei sehr nachvollziehbar.

12.03.2019, 12:08 Uhr / Lesedauer: 1 min

Schneider war von 2010 bis 2014 EKD-Ratsvorsitzender und davor zehn Jahre lang Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland.

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