Evangelisches Krankenhaus: Es begann vor 160 Jahren mit zwei Betten an der Flügelstraße

dzGeschichte EK Unna

Die Ursprünge des Evangelischen Krankenhauses Unna liegen im Jahr 1858. Das EK begeht in diesen Tagen seinen 160. Geburtstag.

Unna

, 08.11.2018, 13:19 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im 19. Jahrhundert führte die zunehmende Bevölkerungsdichte dazu, dass Epidemien zu einem Problem wurden. Die Einrichtung von Krankenhäusern mit medizinischer Betreuung war eine Reaktion. In Unna machte sich Mitte der 1850er-Jahre der Armenvorstand auf den Weg, ein Krankenhaus einzurichten. Die gehobene Bürgerschaft hatte große Wohnungen und Personal, um kranke Angehörige zuhause pflegen zu lassen, die Armen hatten all das nicht. Da es noch keine Krankenversicherung gab, war es die christlich-soziale Verantwortung, aus der heraus Krankenhäuser gegründet wurden – auch in Unna und 1858 zuerst an der Flügelstraße 15.

Lazarett im Ersten Weltkrieg

Dort lag das Grundstück der Witwe Minette Poetter, das sie dem Armenfonds der Stadt übertragen hatte. Zuerst versorgten ein Diakon und seine Frau die Patienten in einem Raum mit zwei Betten. Schnell wuchs der Bedarf an Versorgung. Schwestern aus dem Diakonissenorden wurde die Pflegearbeit übertragen, und schon Ende der 1880er-Jahre wurde es an der Flügelstraße zu eng. Mit einem Neubau im Westen der Stadt kam das Evangelische Krankenhaus aus der Enge der Innenstadt heraus. Damals modern und vorbildlich ausgestattet, konnten darin zunächst 60 Patienten aufgenommen werden. In den Folgejahren wurde immer weiter ausgebaut. Während des Ersten Weltkriegs musste im Evangelischen Krankenhaus neben dem regulären Betrieb auch ein Lazarett eingerichtet werden – erst mit zehn Betten, zu Kriegsende waren es 100. Fast 2000 Soldaten wurden zwischen 1914 und 1919 versorgt. 1935 verpflichtete sich das EK, alle Verletzten der umliegenden Zechen zu behandeln.

Zahlreiche Aus- und Neubauten nach dem Zweiten Weltkrieg

Immer mehr Bedarf an medizinischer Versorgung führte auch nach dem Zweiten Weltkrieg zu Raumnot und zur Notwendigkeit, das Haus durch Aus- und Neubauten zu erweitern. Der Neubau von 1966 ermöglichte auch neue Abteilungen wie Anästhesie, Neurologie und Intensivstation sowie eine größere Unfallambulanz. In den 1970er-Jahren wurden ein Kindergarten und ein Personalwohnheim gebaut.

Seit den 1990er-Jahren wurde das medizinische Angebot weiter ausgebaut, zuletzt wurde das Leistungsangebot 2005 entscheidend ausdifferenziert: Schließung der Frauenklinik und Eröffnung der Orthopädie. Seit 1997 leitet nicht mehr ein ehrenamtliches Kuratorium, sondern ein hauptamtlicher Vorstand die Geschicke der EK-Stiftung. Die 2000er waren geprägt von der Ansiedlung von Ärztehäusern und weiteren Partnern auf dem EK-Gelände. 2015 eröffnete das EK den jüngsten Anbau.

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