Evangelische Landeskirchen: Einsatz gegen Judenfeindschaft

Die evangelischen Landeskirchen in Westfalen und Lippe rufen anlässlich der Pogromnacht vor 80 Jahren zum konsequenten Einsatz gegen alle Formen der Judenfeindschaft auf. „Unser Gedenken an das Verbrechen des 9./10. November 1938 und an all das, was danach folgte, motiviert uns, uns entschieden gegen alle Formen der Judenfeindschaft, gegen Antijudaismus und Antisemitismus einzusetzen. Dass Juden und Jüdinnen heute in Deutschland, als Menschen jüdischen Glaubens erkennbar, unbehelligt leben können, gehört zu unserer christlichen Identität“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung, die am Montag veröffentlicht wurde.

05.11.2018, 17:59 Uhr / Lesedauer: 1 min

„80 Jahre nach der Pogromnacht erklären wir Jüdinnen und Juden gegenüber öffentlich unsere Scham über das, was geschehen ist, und über das Versagen vieler Christinnen und Christen“, erklärten Präses Annette Kurschus (Westfalen) und Landessuperintendent Dietmar Arends für Lippe. Denn auch viele Christen beider Landeskirchen hätten sich an den Verbrechen beteiligt oder sie widerstandslos hingenommen. Sie erinnerten in der Erklärung an die Brandanschläge auf Synagogen, die Demütigungen, Verhaftungen und Ermordungen von Jüdinnen und Juden in Deutschland und den darauf folgenden Völkermord an etwa sechs Millionen Juden.

„Dem Andenken der Opfer verpflichtet, bleibt es auch für die Zukunft unsere Aufgabe, den Mechanismus der Intoleranz zu durchbrechen und Respekt vor dem anderen einzufordern, um Grundlagen für ein menschliches Mit- und Füreinander zu schaffen und echte Begegnungen zu ermöglichen“, unterstrichen die beiden leitenden Geistlichen.

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