Euphorie ist im Rathaus verflogen

dzHintergrund

Fröndenberg

, 10.11.2018, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist ein Foto, das die Tatkräftigkeit der Bundesregierung in Sachen Breitbandausbau beweisen sollte: In Berlin übergibt Mitte August 2017 der damalige Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Alexander Dobrindt, Fröndenbergs Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Rebbe den Bewilligungsbescheid über 2,3 Millionen Euro für neue Glasfasernetze in der Ruhrstadt.

Der Beigeordnete will keine Prognose für den Start des Ausbaus abgeben

Ein Jahr später ist die Euphorie zumindest im Fröndenberger Rathaus hörbar verflogen: „Das Verfahren gestaltet sich als langwierig“, räumt Heinz-Günther Freck ein. „Erst im September oder Oktober“, hatte der Beigeordnete noch in diesem Frühjahr gemutmaßt, werde der Sieger der Ausschreibung feststehen, bevor es danach an den Ausbau gehen könne. Jetzt, Anfang November, mag Freck überhaupt keine Prognose mehr abgeben, wann einem Unternehmen der Zuschlag erteilt wird, damit es in den westlichen Stadtteilen Lichtleiter für schnelleres Internet verlegen kann. Mit dem Tag der Übergabe des Bewilligungsbescheids habe man bei der Stadtverwaltung zwar gewusst, dass ein aufwendiges Prozedere folgen wird. Mittlerweile wird man aber auch bei der Stadt ungeduldig. „Wir sind damit genau so unzufrieden wie die betroffenen Bürger“, sagt Heinz-Günther Freck. Man habe sich für ein mehrstufiges Ausschreibungsverfahren entschieden und auch eine spezialisierte Anwaltskanzlei zur Unterstützung eingeschaltet. Ein übliches Verfahren bei komplizierten Rechtsmaterien. Andernfalls sei das Risiko, bei einer fehlerhaften Vergabe Fördermittel zurückzahlen zu müssen, unkalkulierbar.

Man ist im Verhandlungsstadium – aber ein endgültiges Angebot fehlt

Bei dem sogenannten Verhandlungsverfahren mit vorgeschaltetem Teilnahmewettbewerb musste zunächst europaweit ausgeschrieben werden. Der Wettbewerb sei abgeschlossen; einige Bewerber sind nun noch im engeren Kreis. Mit diesen wird über die konkreten Auftragsdetails verhandelt. Am Ende wird noch ein Verhandlungspartner übrig bleiben. Denn die Ausschreibung ist in nur einem Los erfolgt, das heißt es wird in den einzelnen Stadtteilen künftig nicht unterschiedliche Netzanbieter geben. Aber: „Die Phase zur Abgabe des endgültigen Angebots ist noch nicht abgeschlossen“, erläutert Freck.

Eine Jahreszahl für das Anrücken der ersten Bagger zu nennen, „wäre unseriös“, sagt der Beigeordnete. Schließlich hätten derzeit auch die Tiefbauunternehmen Hochkonjunktur – da ist weitere Wartezeit fast schon sicher.

Lesen Sie jetzt