„Es war eine sehr schöne Zeit“: Abschied der Kantinenfrauen auf Prosper Haniel

Steinkohlezeche

Für viele Kumpel endet das Arbeitsleben als Bergmann an Silvester: Jetzt haben sie „ihre“ Kantinenfrauen an Schacht 10 mit Hunderten Rosen zum Dank verabschiedet. Dazu flossen einige Tränen.

Bottrop

30.12.2019, 14:52 Uhr / Lesedauer: 1 min
„Es war eine sehr schöne Zeit“: Abschied der Kantinenfrauen auf Prosper Haniel

Die Küchen-Beschäftigten Marika Grinski (2.v.l) und Jasmin Burow (3.v.l) werden an ihrem letzten Arbeitstag auf Prosper Haniel verabschiedet. © Roland Weihrauch/dpa

Ehemalige Bergleute der Steinkohlezeche Prosper Haniel in Bottrop haben am Montag (30.12) an Schacht 10 „ihre“ Kantinenfrauen verabschiedet. Mehrere Hundert Kumpel kamen zum letzten Arbeitstag der verbliebenen beiden Küchen-Beschäftigten.

Hunterte Rosen zum Abschied

Zum Abschied überreichten sie Hunderte Rosen und bedankten sich. „So viele Rosen auf einmal hab ich überhaupt noch nicht gesehen“, sagte Marika Grinski. Die 64-Jährige arbeitete zwanzig Jahre lang in der Kantine der Steinkohlenzeche. Aus der Zeche war vor gut einem Jahr das letzte Stück Steinkohle gefördert worden.

Damit endete der industrielle Steinkohlenbergbau in Deutschland. Die Aufräumarbeiten unter Tage dauerten bis Mitte Dezember. Auch für viele der Kumpel endet ihr Arbeitsleben als Bergmann an Silvester. „Wir waren hier immer auch Seelsorgerinnen und Psychologinnen. Die Kumpels konnten hier alle ihre Sorgen erzählen“, sagte Grinski.

Die Tränen fließen: „Es war eine sehr schöne Zeit.“

„Es war eine sehr schöne Zeit.“ Zum Abschied seien viele Tränen geflossen. Ein letztes Mal gaben sie Kaffee und Snacks aus. „Brühwurst, Brötchen - dann sind sie glücklich, die Männer“, sagte Jasmin Burow. Die 46-Jährige hat in ihrer Zeit für den Catering-Anbieter Linnartz nun die dritte Zechenschließung miterlebt.

„Für viele Bergleute war das immer eine ganz besondere Beziehung. Unter Tage arbeiten ja sonst auch keine Frauen, da entsteht über all die Jahre einfach was“, sagte ein RAG-Mitarbeiter.

dpa

Lesen Sie jetzt
Meistgelesen