Erzbistum Paderborn droht mit Kita-Schließungen

Das Erzbistum Paderborn droht mit der Schließung von Kindergärten, falls die Landesregierung bei ihrer Planung für das Kita-Finanzierungsgesetz bleibt. An dem ersten Entwurf seien die Kirchen nicht beteiligt worden, sagte Generalvikar Alfons Hardt bei der Vorstellung des Finanzberichts des Erzbistums für das Jahr 2018 am Mittwoch. „Das gute Verhältnis nach Düsseldorf ist gestört“, sagte Hardt. Die Folgen seien derzeit nicht abzusehen. Das Bistum müsse über Schließungen von Kitas oder über die Abgabe von Einrichtungen nachdenken.

30.10.2019, 16:20 Uhr / Lesedauer: 1 min
Erzbistum Paderborn droht mit Kita-Schließungen

Generalvikar Alfons Hardt. Foto: Caroline Seidel/dpa/Archivbild

Die schwarz-gelbe Landesregierung hatte ein milliardenschweres Paket für eine stabile Kita-Finanzierung, den Ausbau der Kita-Plätze und die Entlastung der Eltern im Frühjahr auf den Weg gebracht. Kritiker bemängeln, dass die Unterfinanzierung und der eklatante Personalmangel dadurch nicht beseitigt würden.

Das Erzbistum bietet in über 500 Kitas 29 000 Kitaplätze an und bezuschusst jeden Platz jährlich mit etwa 1200 Euro aus Kirchensteuermitteln. Nur die Hälfte dieser Plätze werde von katholischen Kindern eingenommen. „Ohne die langfristigen Zusagen des Landes für ihren Finanzierungsanteil laufen unsere Investitionen in mehr Qualität aber ins Leere“, sagte Hardt.

Die Einnahmen des Erzbistums durch Kirchensteuern stiegen 2018 um 5,3 Prozent auf 432 Millionen Euro, obwohl die Zahl der Katholiken um 1,7 Prozent auf knapp unter 1,5 Millionen gesunken ist. Wie im Vorjahr präsentierte das Bistum in der Bilanz ein Plus von 15 Millionen Euro. 7,7 Millionen Euro des Überschusses gehen an die Kirchengemeinden, 5,2 Millionen Euro an karitative Zwecke wie Armutsprojekte. 200 000 Euro spendet das Erzbistum aus diesem Topf an die Seenotrettung im Mittelmeer. „Das Geld geht an die deutsche Hilfsorganisation Sea Eye“, sagte Hardt.

Weitere Meldungen
Meistgelesen