„Erster Schritt“: Frauenhäuser fordern mehr Unterstützung

Frauenhäuser brauchen mehr Geld, sagen Vertreter der Schutzeinrichtungen. Ein weiteres Problem sei die Bürokratie.

25.12.2019, 11:50 Uhr / Lesedauer: 1 min

Frauenhäuser in Nordrhein-Westfalen sehen trotz höherer Zuschüsse durch das Land noch viel Luft nach oben bei der Unterstützung. „Die Finanzierungen sind nicht bedarfsdeckend“, sagte eine Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft Autonomer Frauenhäuser (LAG) der Deutschen Presse-Agentur.

Jedes Frauenhaus erhält vom Land eine Jahrespauschale von knapp 130 000 Euro und einen Sachkostenzuschuss in Höhe von 7500 Euro. Weitere Mittel kommen von den jeweiligen Kommunen und Trägern. Diese sind aber teilweise stark verschuldet. 2019 hat das Gleichstellungsministerium nach eigenen Angaben für den Schutz und die Hilfe von Frauen in Frauenhäusern erstmals die zehn Millionen Euro-Grenze überschritten.

Das sehen die Frauenhäuser positiv. Sie beklagen aber gleichzeitig, dass zu lange zu wenig gemacht worden sei. Nun sei der bürokratische Aufwand nicht zu stemmen: „Die meiste Zeit sind die Sozialarbeiterinnen damit beschäftigt, die Existenzsicherung der Frauen zu organisieren“, sagte die LAG-Sprecherin. Genug Zeit für Traumabewältigung bliebe oft nicht. Zudem seien viele Frauenhäuser nicht barrierefrei und Frauen mit Fluchterfahrung und EU-Bürgerinnen hätten nicht die gleichen Ansprüche auf Sozialhilfen.

Im Oktober 2018 hatten das Gleichstellungsministerium, die LAG und die Landesarbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege eine Zielvereinbarung über die Zukunft der Frauenhäuser getroffen. „Es ist ein erster Schritt, aber weitere müssen noch folgen“, sagte die LAG-Sprecherin. Die CDU/FDP-Regierung hatte unter anderem die Schaffung von mindestens neuen 50 Plätzen in Frauenhäusern bis 2022 zugesagt. Zum Teil wurde das schon umgesetzt.

Weitere Meldungen