Erster Brezelmarkt in Schwerte hatte einige Überraschungen parat

Verkaufsoffener Sonntag

Die Kombination aus verkaufsoffenem Sonntag, Brezelmarkt, Schwerte kulinarisch und Kirmes zog. Wer trotz des eisigen Windes in die Innenstadt kam, erlebte einige Überraschungen.

28.10.2018, 18:51 Uhr / Lesedauer: 2 min
Erster Brezelmarkt in Schwerte hatte einige Überraschungen parat

Die Kinder-Achterbahn, die erstmals auf der Poststraße aufgebaut wurde, ist eine der Attraktionen der Herbstkirmes. © Reinhard Schmitz

Glühbier statt Weinschorle. Blitzschnell umgeschaltet hatte Monika Scholz nach dem Blick auf die Wetterkarte. Mit dem Anbruch der Winterzeit pfiff ein eisiger Wind über den Marktplatz, wo weiß gedeckte Tische zu „Schwerte kulinarisch“ einladen sollten. Doch wer sich setzen wollte, verkroch sich lieber in den Schutz der bereitstehenden Zelte. Denn die Tore der Viktorkirche waren verschlossen. Auch wenn hinter ihnen wilde Orgelklänge zu vernehmen waren. „Ich dachte, da ist der Teufel zu Gast“, sagte ein Besucher, der vergeblich an der Türklinke gezogen hatte.

Zum Aufwärmen kam da das Heißgetränk am Stand von Weinwelt Scholz gerade recht. Eine Mischung aus Altbier mit typisch winterlichen Gewürzen und Kirschsaft – mehr wollte Monika Scholz zum Rezept nicht verraten: „Wir haben es zu Hause ausgetüftelt.“

Schwerte kulinarisch bot einige Besonderheiten und Schwerter Leibgerichte

Besondere Gerichte hatten sich auch andere Teilnehmer überlegt. Passend zum ersten Brezelmarkt, in dessen Rahmen der Schlemmermarkt aufgebaut wurde, lockt so der „Extrawurst“-Stand von Fotograf und Event-Organisator Peter Dunke mit einem Brezelknödel auf Champignonbett mit Schwerter Senfsoße. In den Kloßteig hatte er neben Weißbrot und Gewürzen richtige Salzbrezeln gemengt. „Selbst gebacken, dann trocknen gelassen und in Milch eingelegt“, berichtete er.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Das gab es beim 1. Brezelmarkt in Schwerte zu entdecken

Zum ersten Mal hat die Werbegemeinschaft in Schwerte Ende Oktober 2018 zum Brezelmarkt eingeladen. in Kombination mit der Herbstkirmes und "Schwerte kulinarisch" auf dem Markt gab es am verkaufsoffenen Sonntag also viel zu entdecken und zu probieren.
28.10.2018
/
Der Brezelknödel mit Pilzen war einer der Renner am Extrawurst-Stand von Peter Dunke.© Reinhard Schmitz
Trotz des eisigen Windes füllte sich die Fußgängerzone.© Reinhard Schmitz
Fast 900 Martinsbrezeln hatten Peter Rienhöfer und Kollegen aus seiner Werbegemeinschaft für ihre Kunden bei Bäcker Becker backen lassen.© Reinhard Schmitz
22,50 Meter hoch über Schwerte konnten sich die Besucher des Handwerkermarktes mit Cramers Hebebühne liften lassen und unter anderem in die Eintrachtstraße mit dem RN-Haus schauen.© Reinhard Schmitz
Jan Schumacher von Cramers Arbeitsbühnen hievte Schwindelfreie auf 22,50 Meter Höhe zum Rundumblick über Schwerte.© Reinhard Schmitz
Blick von der 22,50 Meter hohen Arbeitsbühne auf die Fußgängerzone.© Reinhard Schmitz
Auge in Auge mit dem Reichsadler am Giebel des Postamts auf der Arbeitsbühne.© Reinhard Schmitz
Dick angezogen hatten sich die meisten Besucher.© Reinhard Schmitz
Blick aus dem Hubwagen auf den Eingang der Fußgängerzone.© Reinhard Schmitz
Mehr als Parkplatz diente die zum Boulevard ausgebaute Bahnhofstraße beim verkaufsoffenen Sonntag nur.© Reinhard Schmitz
Die Kinderachterbahn war eine der Attraktionen der Herbstkirmes.© Reinhard Schmitz
Mit dem X-Faktor ging es auf der Herbstkirmes am Rathaus hoch hinaus.© Reinhard Schmitz
Indische Reibekuchen aus Süßkartoffeln mit Ingwer servierte der Adimali-Verein.© Reinhard Schmitz
Pannekauken brutzelten am Louisa-Stand von Ester Maria Grulke.© Reinhard Schmitz
Glühbier hatte Monika Scholz kurzfristig in ihr Angebot aufgenommen.© Reinhard Schmitz
Einen Brezelknödel hatte Peter Dunke von Extrawurst kreiert.+© Reinhard Schmitz
So edel die Bänke beim Schlemmermarkt auch waren - zum Sitzen traute sich bei der eisigen Kälte dort kaum jemand.© Reinhard Schmitz
Vorboten der Weihnacht hatten sich in den Vielerlei-Garten in der Mährstraße geschlichen.© Reinhard Schmitz

Wenn es nicht zu ungemütlich kalt gewesen wären, hätte man auch einen Hauch des spätsommerlichen Pannekaukenfestes spüren können. Denn das Schwerter Leibgericht duftete in verschiedensten Varianten. Mit Räucherlachs bei den Holtmanns auf dem Markt, klassisch mit Apfelmus am Stand des Hilfsvereins Louisa an der Pannekaukenfrau und exotisch-indisch beim Adimali-Verein auf dem Cavaplatz. Zubereitet mit Süßkartoffeln aus dem Garten des Vereinsvorsitzenden Sebastian Karthikapallil. Kichererbsen und Ingwer verliehen dem Teig die besondere Note.

Zum Nachtisch lockten dann gebackene Bananen. Wenn man sich die Kälte nicht mit einer der knapp 900 Martinsbrezeln versüßte, die Mitglieder der Werbegemeinschaft bei der Bäckerei Becker als Präsent für ihre Kunden bestellt hatten.

Bäckermeister Ruhnke stand für Brezel früh auf

Frisch gebacken werden wollten die Teilchen, die dem letzten verkaufsoffenen Sonntag des Jahres in der Stadt seinen Namen gab. In aller Herrgottsfrühe, um 5 Uhr am Morgen, hatte Bäckermeister Sascha Ruhnke das Licht in seiner Backstube angeknipst. Den Hefeteig hatten seine Mitarbeiter schon am Freitag und Samstag vorbereitet und von Hand zu Brezeln geformt. Die ruhten gekühlt in einem Gärunterbrecher, der am Sonntagmorgen dann – wie programmiert – langsam die Temperatur wieder erhöhte, um die Hefemasse weiter aufgehen zu lassen. Bevor sie in den 160 Grad heißen Ofen kam, musste sie noch befeuchtet und in Hagelzucker gedrückt werden.

Als die Besucher des Einkaufssonntags mittags in die zuckersüße Köstlichkeit beißen konnten, war der Arbeitstag von Sascha Ruhnke beendet. „Es lohnt sich nicht, zu öffnen“, sagte seine Ehefrau Sarah Ruhnke: „Jetzt ist hier oben in der Bahnhofstraße gar nichts los.“ Da lohne es sich auch nicht, als einziger ein Zelt aufzubauen.

Eigentlich schade, dass die aufwendig zum Boulevard umgebaute Straße großteils nur ihre Qualität als Parkplatz beweisen konnte. Das war noch ganz anders beim früheren Spekulatiusmarkt, der zugunsten des Brezelmarkts aufgegeben worden ist. Da war der Stand mit der Schauproduktion von Bäcker Becker einer der Höhepunkte.

Auf dem Postplatz ging es in schwindelerregende Höhen

Hoch hinaus ging es diesmal auf dem Postplatz. Dort präsentierten heimische Betriebe beim Handwerkermarkt ihre Leistungsfähigkeit. Star war die 22,50-Meter-Arbeitsbühne der Firma Cramer aus Garenfeld, mit der Jan Schumacher Schwindelfreie über die Dächer von Schwerte hievte.

Wem nach noch mehr Adrenalin-Kick zumute war, konnte ein paar Schritte weiter zur Herbstkirmes am Rathaus gehen und sich vom „Faktor X“ durch die Luft wirbeln lassen. Rasant war auch das Angebot für die jüngeren Besucher. Erstmals konnten sie in den Zug der Kinder-Achterbahn einsteigen: Die Hände zum Himmel und losschreien.

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Handwerk in Schwerte
Raumausstatter Boos verlässt Schwerte: Wer nimmt jetzt die Gardinen zum Waschen ab?
Hellweger Anzeiger Anwohnerprotest in Schwerte
Altstadt in Schwerte: Absperrbügel gegen Radler scheitern am Klimanotstand