Direkt mit Vollgas: 50 Elektro-Tretroller fahren durch Herne

In großen internationalen Städten wie San Francisco und Tel Aviv gehören E-Scooter längst zum Stadtbild. In Herne soll das bald auch Realität sein. Ein Berliner Anbieter schickt dort nun die ersten 50 Elektro-Tretroller in den Verkehr.

04.06.2019 / Lesedauer: 3 min
Direkt mit Vollgas: 50 Elektro-Tretroller fahren durch Herne

Ein Mann fährt mit einem E-Scooter auf dem Gehweg. Foto: Christoph Soeder/Archivbild

App gestartet, Helm aufgeschnallt und langsam Gas geben - Elektro-Tretroller sind derzeit bundesweit ein großes Gesprächsthema. Sie sollen in vielen Fällen das Auto ersetzen und Elektromobilität fördern. In Herne können die Bürger nun 50 E-Scooter in der Stadt nutzen. „Es geht darum, die Mikromobilität zu steigern, weil sie hip ist und Spaß macht - aber auch vor allem, weil sie gut für die Umwelt ist“, sagt Hernes Oberbürgermeister Frank Dudda und fährt selbst direkt eine Proberunde. Das Stadtoberhaupt trägt wie selbstverständlich einen Helm, der zwar nicht Vorschrift ist, von der Firma aber empfohlen wird.

Auch Constanze Przybyl aus Herne testet die Elektro-Tretroller zum ersten Mal und muss sich erst an das Fahrgefühl gewöhnen. „Das Gas zu regulieren braucht etwas Feingefühl“, sagt die Studentin. Doch nach den ersten Runden klappt das auch immer besser.

Verliehen werden die Fahrzeuge von einer Berliner Firma (Circ). Für alle Scooter hat die Stadt Sondergenehmigungen erteilt. Damit können sie noch vor dem 15. Juni gefahren werden. An diesem Tag soll eine bundesweit gültige Verordnung in Kraft treten, die den Betrieb der Scooter im Straßenverkehr regelt.

Nutzen kann die neuen Fahrzeuge laut Hersteller jeder, der mindestens 18 Jahre alt ist und eine Kreditkarte besitzt. „Wir sind sicher, dass sich die Herner Bürger nicht von denen in San Francisco oder Tel Aviv unterscheiden und ihre Freude am Fahren haben werden“, so Max Hüsch vom Verleiher. Ausgeliehen und abgerechnet wird über eine App. Die Entsperrung des Rollers kostet einen Euro, jede Minute anschließend 15 Cent. Die Roller können nach der Benutzung einfach stehen gelassen werden, dürfen aber niemanden behindern. Mit der App können Nutzer eine Karte öffnen, auf der Parkzonen und Parkverbote gekennzeichnet sind. Hauptstandort ist in Herne zunächst die Innenstadt.

Dort findet Fabian Dobbeck die Elektro-Tretroller auch besonders praktisch. Der Herner ist Physiotherapeut und macht Hausbesuche in der Innenstadt. „Da findet man mit dem Auto oft keinen Parkplatz und beim Fahrrad weiß man auch nicht, wo man es hinstellen soll“, sagt der 28-Jährige. „Den Roller kann ich einfach einklappen und mit in die Wohnung nehmen.“ Skeptisch ist Dobbeck allerdings bei längeren Strecken: „Bei allem über fünf oder sechs Kilometern fehlt dann doch das Tempo bei nur 20 km/h. Spaß macht es aber trotzdem, da direkt mit Vollgas loszufahren.“

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