Erst heftige Debatte um die Zukunft des Lehrschwimmbeckens, dann klares Ergebnis

Lehrschwimmbecken Stockum

In einer Sondersitzung diskutierte der Stadtrat am Mittwochabend über die Zukunft des Lehrschwimmbeckens Stockum. Die Debatte war emotional, das Abstimmungs-Ergebnis deutlich.

Werne

, 11.09.2019, 18:47 Uhr / Lesedauer: 2 min
Erst heftige Debatte um die Zukunft des Lehrschwimmbeckens, dann klares Ergebnis

Deutlich weniger Zuschauer als bei der entscheidenden Sitzung am 5. Dezember 2018 verfolgten am Mittwoch die Sondersitzung des Rates zum Lehrschwimmbecken. © Mario Bartlewski

Die CDU hatte sich nie so recht mit dem im Dezember 2018 vom Stadtrat beschlossenen Aus des Stockumer Lehrschwimmbeckens (LSB) abfinden mögen. Am Mittwochabend, 11. September 2019, unternahm sie einen neuen Anlauf, das Stadtteil-Bad zu retten. Aber vergeblich.

Die Abstimmung nach einer dreiviertelstündigen, zum Teil emotional geführten Debatte war klar. Gegen 14 Stimmen von CDU und UWW lehnten 21 Ratsmitglieder von SPD, Grünen, FDP, Linke sowie Bürgermeister Christ den Rettungsversuch der CDU fürs LSB ab. Damit scheint das endgültige Aus des Stockumer Bades besiegelt. Allerdings sorgte die FDP noch für ein Fünkchen Hoffnung.

CDU wollte Fördergelder für Lehrschwimmbecken sichern

Aber zunächst zu der Sondersitzung des Stadtrates: Die hatte die CDU initiiert, weil Ende September die Bewerbungsfrist für ein Förderprogramm ausläuft.

Darüber könnten die dringend nötigen Sanierungskosten von knapp 1,10 Millionen Euro zu 90 Prozent finanziert werden. „Weil uns der Termin auf den Nägeln brennt, haben wir diese Sitzung beantragt“, sagte CDU-Sprecher Wilhelm Jasperneite.

Erst heftige Debatte um die Zukunft des Lehrschwimmbeckens, dann klares Ergebnis

Bei einer Sondersitzung hat der Rat den CDU-Antrag zur Zukunft des Lehrschwimmbeckens mit 21 zu 14 Stimmen abgelehnt. © Mario Bartlewski

Dafür musste er sich herbe Kritik gefallen lassen. Vor allem Lars Hübchen von der SPD machte aus seinem Unmut keinen Hehl. „Warum sitzen wir eigentlich heute hier?“ fragte er rhetorisch, um gleich die Antwort zu geben: „Weil die CDU versucht, einen einmal abgelehnten Antrag auf Wiedervorlage zu legen.“ Es sei alles rund ums Lehrschwimmbecken ausführlich entschieden worden, inklusive besagter Förderantrag.

Dem stimmte auch Bürgermeister Lothar Christ zu: „Wir haben im Dezember 2018 nicht nur über das Aus des Lehrschwimmbeckens, sondern auch über einen solchen Förderantrag beschlossen.“ Es sei dem Ansehen eines Stadtrates schädlich, wenn man nun versuche, einen solchen Beschluss zu konterkarieren.

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Siegfried Scholz von der SPD sah die Gefahr, dass ein immer wieder neues Auflegen solcher Debatten bei den Menschen zur Politikverdrossenheit beitrage. In Richtung CDU fragte er: „Welchen Präzedenzfall will man hier schaffen?“ Der Linke Martin Pausch bezeichnete den CDU-Antragt als „Abenteuerpolitik“.

Trotz eines Appells von CDU-Ratsherr Christian Schmid, sich die Option einer Förderung offen zu halten, stimmte die Mehrheit gegen den Antrag der Christdemokraten. Das Ende des Lehrschwimmbeckens ist damit absehbar.

Oder doch nicht? Denn die FDP brachte die Idee ins Spiel, dass eventuell Vereine oder andere Gruppierungen das LSB weiterbetreiben könnten. Dazu wollen die Liberalen für die nächste Sitzung des Badausschusses einen Antrag formulieren.

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