Ermittlungen nach Einschüchterung durch Clan-Mitglieder

Die Polizei in Essen hat mehrere Versuche mutmaßlicher Clan-Mitglieder registriert, Ermittler oder Angestellte öffentlicher Stellen einzuschüchtern, die mit der Polizei kooperieren. In einem Fall habe es eine Anzeige gegeben, in zwei weiteren Fällen werde gerade geprüft, ob Ermittlungsverfahren eingeleitet werden, so eine Polizeisprecherin. In allen Fällen seien Angestellte von Kooperationspartnern wie Stadtverwaltung oder Jobcenter betroffen gewesen.

26.09.2019, 11:20 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ermittlungen nach Einschüchterung durch Clan-Mitglieder

Ein Polizeifahrzeug steht während einer Verkehrskontrolle mit Blaulicht auf der Straße. Foto: Patrick Seeger/Archiv

Essens Polizeipräsident Frank Richter hatte am Donnerstag in der „Rheinischen Post“ auch über Drohszenarien gegenüber Polizisten berichtet: „Es kommt zum Beispiel vor, dass abends ein dicker Mercedes-AMG vor dem Polizeipräsidium steht und die Insassen einem bestimmten Polizisten einen schönen Feierabend wünschen. Damit sagen die Clans ihm: Pass auf, wir wissen, wer du bist.“ Richter betonte, dass die „ganze Polizeibehörde“ hinter den betroffenen Kollegen stehe. Die Polizeisprecherin ergänzte, dass sowohl Kollegen als auch externe Stellen sensibilisiert worden seien, jedes Ereignis - sei es noch so klein - zu melden: „Lieber einmal mehr, als zu wenig.“ Jeder Fall werde dann geprüft und gegebenenfalls zur Anzeige gebracht.

Essen gilt als Hochburg der Clan-Kriminalität. Das Lagebild des Landeskriminalamts (LKA) zählte für die Jahre 2016 bis 2018 genau 2439 entsprechende Straftaten, die in Essen bearbeitet wurden. Damit lag die Polizeibehörde mit weitem Abstand vor Gelsenkirchen und Recklinghausen.

Weitere Meldungen
Meistgelesen