Wie viele Hunde gibt es in Schwerte? Gibt es noch welche, deren Besitzer keine Steuern bezahlen? Um das herauszufinden, hatte die Stadt externe Kontrolleure beauftragt. Die wurden fündig.

Schwerte

, 19.10.2018, 15:02 Uhr / Lesedauer: 2 min

96 Euro pro Jahr und Hund - so hoch ist die Steuer. Ein pauschaler Beitrag, der sich läppert. Und auf den die Stadt Schwerte ungerne verzichtet - erst recht in Zeiten knapper Kassen.

Nur: Wie findet man heraus, ob es Hunde gibt, die von ihren Besitzern nicht gemeldet werden? Die Stadt setzt seit Jahren auf externe Kontrolleure. 2013 beispielsweise hatte deren Einsatz dafür gesorgt, dass 277 Hunde plötzlich registriert wurden.

Im Herbst 2017 schnüffelten die Ermittler wieder nach verborgenen Vierbeinern. Auch im eigenen Interesse. Denn die Kontrolleure bekamen für den Einsatz keine pauschale Bezahlung, sondern eine erfolgsorientierte, sprich: Geld pro Hund.

Stadt Schwerte: Finanziell war die Aktion ein Erfolg

Wie viel das war? Dazu äußert sich die Stadt nicht. „Über die Höhe der Erfolgsprämie und die Kosten der gesamten Maßnahme kann ich keine Auskunft erteilen“, erklärt Schwertes Stadtsprecher Carsten Morgenthal. Es handele sich „um eine vertragliche Angelegenheit, die vertraulich zu behandeln ist.“

Was Morgenthal allerdings schon bestätigen kann und darf: Finanziell gesehen sei es ein Erfolg gewesen, die Ermittler von Haus zu Haus zu schicken, damit sie bei potenziellen Hundebesitzern deutliche Hinweise hinterließen.

Kontrolleure dürfen nicht gegen den Mieter-Willen ins Haus

Rechtlich bewegten sich die Kontrolleure allerdings in engen Grenzen. Selbst wenn sie hören konnten, dass in einer Wohnung ein Hund bellte - Zugang durften sie sich nicht verschaffen, zumindest nicht gegen den Willen von Mieter oder Eigentümer.

Die Angst aufzufliegen muss trotzdem groß gewesen sein. 212 Neuzugänge vezeichnete die städtische Hundestatistik im Zeitraum der Aktion. Der größte Teil davon - 120 Hunde - wurden schon angemeldet, nachdem die Stadt öffentlich auf die Aktion hingewiesen hatte. Vom Dienstleister aufgespürt wurden nur 37 Hunde.

Hinzu kamen 55 Hunde, die die Stadt als „normale“ Anmeldungen einstufte - beziehungsweise: als Hunde, die man nicht einfach so in die anderen beiden Kategorien stecken konnte.

Auf 14 Menschen kommt in Schwerte ein Hund

Der Stand nach Ende der Untersuchung: 3463 gemeldete Hunde in der Stadt - Tendenz seit Jahren steigend. Der aktuellste erfasste Stand also: Auf 14 Menschen kommt in Schwerte ein Hund.

Welche Hunderassen es genau gibt? Ob die Schwerter eher Schäferhund, Dackel oder Mops zuhause haben? Das erfasst die Stadt nicht. Zumal das für die Höhe der Steuer keinen Unterschied macht.

„Einmalige Steuereinnahmen in Höhe von 20.352 Euro“ habe die Aktion gebracht, so Sprecher Carsten Morgenthal weiter. Und das sei nur die Zahl für 2017. Auch für die folgenden Jahre rechne man mit solch einer Summe. Und für 15 der 212 Neu-Hunde konnte die Stadt den Besitzern auch noch rückwirkend etwas berechnen.

Für Steuern gibt es keine Gegenleistung

Insgesamt nimmt Schwerte mehr als 330.000 Euro Hundesteuer pro Jahr ein. Klingt viel, ist aber noch ein geringer Betrag im Vergleich zu dem, was Nachbarstädte bekommen. In Hagen werden für den ersten Hund 180 Euro fällig, in Dortmund 156 Euro.

Eine Gegenleistung von der jeweiligen Stadt kann der Besitzer allerdings nicht erwarten. Es handelt sich um eine Steuer - das ist rechtlich der feine Unterschied. Wer Gebühren oder Beiträge bezahlt, kann eine Gegenleistung verlangen. Steuern allerdings können für alles Mögliche verwendet werden.

Über die Höhe der Steuer versuchen die Städte übrigens auch die Anzahl der Tiere zu begrenzen. Deshalb zahlt derjenige, der zwei Hunde hat, auch mehr pro Tier als derjenige, der nur einen Hund besitzt.

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