Erfolg in Moskau: Bayer wahrt Mini-Chance aufs Achtelfinale

Nach katastrophalem Start in der Champions League hat Bayer Leverkusen mit dem Überwintern im Europacup sein Mindestziel erreicht. Und sogar das Weiterkommen in der Königsklasse ist noch möglich - dank des siebten Eigentors und „Anker“ Sven Bender.

26.11.2019, 21:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach drei Spielen schien Bayer Leverkusen chancenlos, nach fünf ist nun die Europa League gesichert und sogar das Weiterkommen in der Champions League möglich. Nachdem das 2:0 (1:0) bei Lokomotive Moskau am Dienstagabend das Überwintern in Europa gesichert hatte, bescherte die 0:1-Niederlage von Atlético Madrid bei Juventus Turin den Leverkusenern plötzlich sogar ein Endspiel ums Weiterkommen in der Königsklasse.

Freilich eines mit immer noch geringer Erfolgsaussicht. Bayer müsste am 11. Dezember Juventus Turin schlagen und kann dabei hoffen, dass die bereits als Gruppensieger feststehenden Italiener mit einer B-Elf antreten. Ob die bereits sicher ausgeschiedenen Russen aber Schützenhilfe leisten und in Madrid punkten, ist fraglich.

„Die Chancen steht vielleicht bei vier oder fünf Prozent“, sagte Sportdirektor Simon Rolfes: „Atlético ist zu Hause natürlich Favorit, aber es sind schon seltsame Dinge im Fußball passiert.“ An die Erfüllung der eigenen Pflicht glaubt Rolfes freilich: „Wir haben Atlético zu Hause geschlagen, wir können auch Juve zu Hause schlagen.“

EIGENTORE: Unglaublich, aber wahr: Das Eigentor von Rifat Schemaletdinow (11.) war schon das siebte, von dem Bayer in dieser Saison profitierte - und das im 19. Pflichtspiel. Heißt: Öfter als in jedem dritten Spiel traf der Gegner ins eigene Tor. „Das ist schon sehr kurios“, sagte Mittelfeldspieler Julian Baumgartlinger, der die Statistik aber nicht für Zufall hält: „Ich denke, dass wir das erzwingen.“

ANKER: Seit Wochen ist Sven Bender der überragende Spieler von Bayer: Hinten eine Bank, dazu ein echter Anführer. Nun schoss der 30-Jährige auch noch sein erstes Tor im 53. Europacup-Spiel (54.). Und ein sehr schönes noch dazu per Volleyschuss. „Ja, der Ball hing da so in der Luft - da hab ich ihn halt reingeschossen“, sagte Bender schmunzelnd. Für die Mannschaft hat er einen großen Wert. „Mit seiner Präsenz, Routine und Erfahrung ist er unheimlich wichtig für uns“, sagte Baumgartlinger. „Solche Spieler braucht man, wenn es Spitz auf Knopf steht. Er ist ein echter Anker für uns.“ Rolfes ergänzte: „Er ist ein wichtiger Faktor und Stabilisator für unser Spiel. Ein erfahrener Hase, der Sicherheit gibt. Und dass er ein Torjäger ist, wusste ich schon immer.“

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