Eltern der „Goch-Fock“-Kadettin bestreiten Marine-Angaben

Elf Jahre nach dem rätselhaften Tod der „Gorch-Fock“-Kadettin Jenny Böken werfen die Eltern der Marine falsche Angaben vor. Positionsdaten des Forschungsschiffes, das die Leiche ihrer Tochter geborgen habe, widerlegten die Angaben der Marine, sagte Vater Uwe Böken der Deutschen Presse-Agentur am Freitag. Demnach habe das Schiff die angebliche Fundstelle zur angeblichen Bergungszeit längst passiert. Ihre Erkenntnisse haben die Eltern den Angaben nach der Staatsanwaltschaft in Kiel mitgeteilt.

25.10.2019, 15:40 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die damals 18-jährige Jenny Böken war am 3. September 2008 während einer Ausbildungsfahrt des Segelschulschiffs der Marine bei einer Wache über Bord gegangen. Die Todesumstände blieben bisher ungeklärt. Die Kieler Staatsanwaltschaft ging von einem tragischen Unglück aus, nahm aber die Ermittlungen im Juni nach einer Zeugenaussage wieder auf. Die Eltern sehen Hinweise für einen Mord an ihrer Tochter.

Die Marine teilte mit, sie habe die Staatsanwaltschaft und den Wehrbeauftragten „umfassend und vollumfänglich“ bei deren Ermittlungen unterstützt und werde das auch in Zukunft tun: „Alle Bemühungen, die dazu beitragen oder beitragen könnten, die Todesumstände von Jenny Böken aufzuklären, werden von der Marine vollumfänglich unterstützt werden.“

Die Marine hatte nach Angaben des Vaters auf seine Bitte hin im Herbst 2008 den Ausschnitt einer Seekarte erstellt, in der Auffinde-Position und -Zeit eingetragen waren. Nach von den Eltern ermittelten Positionsdaten aus zwei anderen Quellen könnten diese Angaben nicht stimmen, stellte Böken fest. Ein Forschungsschiff hatte die Leiche am 15. September 2008 bei Helgoland geborgen.

Der Kieler Oberstaatsanwalt Axel Bieler sagte der dpa am Freitag, „wir gehen jedem uns vorgetragenen Hinweis nach und versuchen ihn - soweit es uns möglich ist - zu überprüfen“.

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