Die Eltern von 400 Kindergartenkindern müssen sich in dieser Woche festlegen: An welche Grundschule in Schwerte wollen sie im Sommer? Die Entscheidung wird aber anderswo gefällt.

Schwerte

, 15.10.2018, 18:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Jedes Kind geht auf die nächstgelegene Grundschule? So war das früher. Mittlerweile haben Eltern die Wahl und können einen Wunsch äußern, wohin sie ihr Kind schicken wollen. Was ist bei dieser freien Schulwahl wichtig? Wie läuft sie konkret ab? Hier die Antworten auf diese und weitere Fragen.

Wie sieht die freie Schulwahl in Schwerte aus?

Die Eltern der 404 zukünftigen Grundschüler sind in den vergangenen Tagen von der Stadt angeschrieben worden. Auf einem Formular geben sie ihren Erst- und ihren Zweitwunsch an.

Geht das auch jetzt in den Herbstferien?

Ja, denn die Zettel mit den Wünschen sollen nicht bei den Schulen abgegeben werden, sondern wieder im Schulamt im Rathaus landen. Und das noch in dieser Woche. Am Freitag, 19. Oktober, endet die Rückgabefrist. Was dann nicht da ist, wird von der Stadt angemahnt.

Konnten sich denn die Eltern schon über die einzelnen Schulen informieren?

Das war zumindest möglich. Alle sieben Schwerter Grundschulen hatten an Samstagen im September ihre Tage der offenen Tür.

Wie viele Schüler nehmen die einzelnen Grundschulen denn im Sommer 2019 auf?

Das steht noch nicht fest. Das hängt davon ab, welche Schule wie viele Eingangsklassen bilden darf – und das beantragt die Stadt nach einem politischen Beschluss im November beim Kreis Unna erst. Erst dann steht ja fest, wie viele Kinder auf welche Schulen wollen.

Nach der Entscheidung Ende November soll es dann Klarheit geben.

Aber es gibt doch Anhaltspunkte oder Erfahrungswerte, oder?

Ja, man kann zum Beispiel das aktuelle Schuljahr heranziehen: Aktuell gibt es an allen Schwerter Grundschulen zwei erste Klassen. Ausnahme: die Albert-Schweitzer-Schule, wo es drei erste Klassen gibt und wo rein theoretisch auch eine vierte möglich wäre.

Und wie viele Schüler kommen in eine Klasse?

Da gibt es Theorie und Praxis. Am Anfang stehe bei der Stadt eine Rechnung, erläutert Schulamtsleiter Peter Kranhold: Die Anzahl der kommenden Erstklässler werde durch 23 geteilt – eine vom Land vorgegebene Zahl. Das ergebe die gesamte Zahl der Eingangsklassen an allen sieben Schulen. Für 2019/20 gerechnet, bedeutet das: 16 Eingangsklassen, da aufgerundet werden darf.

Sind das mehr oder weniger als im Vorjahr?

Mehr. Aktuell gibt es 15 erste Klassen. Denn einerseits wurden weniger Schwerter Kinder schulpflichtig. Andererseits gab es 27 mal den Fall, dass Eltern ihr Kind an einer Grundschule in einer anderen Stadt anmeldeten – etwa im Dortmunder Süden.

23 Schüler pro Klasse – ist das ein fester Wert?

Nein, das ist erst einmal ein Durchschnittswert, der für die Rechnung gebraucht wird. In der Realität gibt es Klassen, die größer sind. Theoretisch lässt das Land NRW auch 29er-Klassen zu. Schwertes Politiker haben zumindest für das aktuelle Schuljahr entschieden: Nein, bei maximal 25 Schülern ist Schluss. Ob das für 2019/20 auch so kommt, wird im November festgelegt.

Wie groß sind denn derzeit die Klassen?

Unterschiedlich: An der Heideschule gab es zum Schuljahresbeginn 25er-Klassen, an der Friedrich-Kayser-Schule 18er-Klassen, an der Grundschule in Ergste 17er-Klassen. Schulamtsleiter Kranhold unterstreicht allerdings: „Wir versuchen, gleichmäßige Klassenstärken in allen Schulen zu haben.“

Aber bei 25 ist Schluss?

Zum Beginn des Schuljahres: Ja. Ausnahmefälle kann es natürlich geben, wenn im Laufe des Schuljahres ein Kind in die Nähe einer Grundschule zieht, in der schon 25 Kinder in eine Klasse gehen. Das neue Kind kann dann Nummer 26 werden.

Der Kreis Unna legt also fest, wie viele Kinder auf eine Schule dürfen. Und wer bestimmt, welche Schüler das sind?

Über die Aufnahme des einzelnen Schülers entscheidet die Schulleitung. Ein wichtiger Faktor ist die Entfernung zwischen Wohnort und Schule. Familien haben Anspruch auf einen kurzen Schulweg.

Ist das bei allen Schulen so?

Die evangelische Grundschule Villigst ist eine Ausnahme. Als konfessionelle Schule ist sie für das gesamte Stadtgebiet zuständig.

Wer bekommt eine Fahrkarte?

Alle Grundschüler, die einen Weg von mehr als zwei Kilometern zurücklegen müssen. „Allerdings nur, wenn wir als Schulträger kein anderes Angebot machen können“, unterstreicht Kranhold. Heißt: Eltern, die ihr Kind gerne auf eine Grundschule am anderen Ende der Stadt schicken wollen, können nicht sagen: Liebe Stadt, zahl’ uns das.

Wie viele Erstklässler gibt es in den nächsten Jahren?

Die Tendenz ist steigend. Im Sommer 2017 gab es noch 384 neue i-Männchen, 2018 waren es 404. Im kommenden Jahr fällt die Zahl zwar wieder unter die 400er-Marke. Doch dann machen sich die geburtenstarken Jahrgänge bemerkbar. 2020 soll es sogar 428 Erstklässler geben – und somit mehr Bedarf.

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