„Chance auf gutes Leben“: Wie kinderfreundlich sind Städte?

Jeder dritte Stadtbewohner ist ein Kind. Aber wie ist es eigentlich, als junger Mensch in der Stadt aufzuwachsen? Und was muss sich ändern? In Köln begibt man sich auf die Suche nach Antworten.

15.10.2019, 16:49 Uhr / Lesedauer: 1 min

Deutschlands „First Lady“ Elke Büdenbender hat die Bedeutung von kinderfreundlichen Städten für das Aufwachsen von jungen Menschen betont. „Die Strukturen unserer Städte spielen dabei eine wichtige Rolle“, sagte die Frau des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier am Dienstag in Köln. Man müsse Kinder teilhaben lassen und ihre Interessen berücksichtigen, „damit alle Kinder die Chance haben auf ein gutes Leben. Dass sie lernen können, dass sie sich nicht isolieren und dass sie nicht am Ende zu Menschenfeinden werden. Da haben wir alle eine gemeinsame Verantwortung für.“

In Köln treffen sich in dieser Woche knapp 100 Bürgermeister aus aller Welt mit mehreren Hundert Kindern und Jugendlichen aus mehr als 60 Ländern zum ersten internationalen Gipfel für kinderfreundliche Kommunen, der vom Kinderhilfswerk Unicef veranstaltet wird. Dort soll erarbeitet werden, wie kinderfreundliche Städte in Zukunft aussehen sollten und Kinderrechte gestärkt werden können.

Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) freute sich, dass sich viele Kinder und Jugendliche mehr Mitspracherechten wünschten, wie aus den Ergebnissen einer vorab durchgeführten Befragung hervorging. „Das ist großartig für uns, denn wir sind auf junge Expertinnen und Experten angewiesen“, sagte Reker bei der Auftaktveranstaltung in Köln.

Aus Island, China oder Indonesien - manche der teilnehmenden Bürgermeister sind aus weiter Ferne angereist, um sich mit Kollegen und jungen Menschen auszutauschen. Auch die Jugendlichen kommen aus aller Welt, die 16-jährige Aissatou etwa aus Guinea. Kinder sollten aufwachsen können, ohne sich Sorgen über ihre Sicherheit oder Bildung machen zu müssen, sagte Aissatou, die sich in ihrer Heimat in einem Jugendparlament engagiert.

Nach Angaben von Unicef wächst der Anteil von Kindern und Jugendlichen in den Städten weltweit - aktuell ist bereits jeder dritte Stadtbewohner ein Kind. Die Prognose: Bis 2050 werden gut zwei Drittel aller Kinder in einem städtischen Umfeld aufwachsen.

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