Karnevalsauftakt: Narren, Polizei und E-Scooter-Hoppeditz

In den rheinischen Karnevalshochburgen ist um 11 Uhr 11 der närrische Frohsinn ausgebrochen. Obwohl das Ganze diesmal auf einen Montag fiel, war der Besucherandrang groß. Die Polizei war stark vertreten. Und Düsseldorfs Hoppeditz kam auf einem E-Scooter.

11.11.2019, 11:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

In den Karnevalshochburgen hat am 11.11. die närrische Zeit begonnen. Nach einer neunmonatigen Durststrecke stießen die Jecken am Montag bei akzeptablem Wetter - kalt, aber trocken - auf die fünfte Jahreszeit an.

Pünktlich um 11 Uhr 11 nahm der unvermeidliche Frohsinn seinen Lauf - kräftiges Warmtrinken hatte vielerorts schon lange vorher eingesetzt. In Düsseldorf wachte der Traditionsschelm Hoppeditz von den Toten auf: Am vergangenen Aschermittwoch hatte man ihn zu Grabe getragen. Passend zum Streit um den Dauerstau durch Umweltspuren in der Landeshauptstadt kam die jecke Kunstfigur auf einem E-Scooter vor dem Rathaus angefahren - und verspätete sich bei seinem gereimten Vortrag um einige Minuten.

In Köln wurde unter den wachsamen Augen von Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) ein neues Dreigestirn vorgestellt. Die Kölner Polizei war nach eigenen Angaben mit 1000 Beamten auf der Straße, um Exzessen vorzubeugen. Der Umstand, dass der Sessionsauftakt auf einen Montag fiel, führte nach Polizei-Angaben nicht unbedingt zu weniger Zulauf. Das Besucheraufkommen sei hoch, „es ist ziemlich viel auf den Beinen“, sagte ein Sprecher der Kölner Polizei. Ganzkörperkostüme boten Schutz gegen die Kälte.

In den rheinischen Karnevalshochburgen konkurriert der Karnevalsauftakt immer ein wenig mit St. Martin. Die einen singen „Viva Colonia“, die anderen „Laterne, Laterne“. Moderator Guido Cantz („Verstehen Sie Spaß?“) berichtete auf der Bühne auf dem Kölner Heumarkt, er habe am Sonntag beides miteinander kombiniert: Erst sei er auf zwei Herrensitzungen gewesen, und dann habe er in seinem Heimatort Köln-Porz die Martinsgeschichte vorgelesen. Das Rheinland sei eben sehr katholisch.

Cantz (48), der im Karneval als Redner aktiv ist, bezieht inzwischen den einen oder anderen Witz von seinem Sohn. „Mein Sohn ist neun, und der ist sehr karnevalistisch und lustig“, berichtete der Entertainer im WDR-Fernsehen. Zum Beispiel sei er neulich mal gefragt worden, ob er Einzelkind sei. Darauf habe er geantwortet: „Ich bevorzuge die Bezeichnung „Alleinerbe“.“

Die heiße Phase des Karnevals beginnt mit den großen Sitzungen im Januar und findet ihren Höhepunkt mit den Rosenmontagsumzügen. Die Session dauert diesmal bis zum 26. Februar, dann ist Aschermittwoch und Schluss mit lustig.

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