Eintracht-Stürmer Joveljic: Balkan-Knipser trifft sofort

Eintracht Frankfurt hat möglicherweise schon den Nachfolger für den zu Real Madrid gewechselten Luka Jovic gefunden: seinen serbischen Landsmann Dejan Joveljic. Der 19-Jährige schoss bei seinem Debüt das 2:1-Siegtor im Qualifikationsspiel der Europa League in Tallin.

29.07.2019 / Lesedauer: 3 min
Eintracht-Stürmer Joveljic: Balkan-Knipser trifft sofort

Matchwinner in Tallinn: Dejan Joveljic. Foto: Patrick Franck

Eintracht Frankfurt hatte Dejan Joveljic nach seiner Verpflichtung salopp als den „nächsten Balkan-Knipser“ vorgestellt.

Das 19 Jahre alte Stürmer-Juwel brauchte in seinem ersten Pflichtspiel nur sieben Minuten, um dieser Ankündigung gerecht zu werden. „Er macht es schon richtig, richtig gut“, sagte Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic über Joveljic, der das Siegtor zum 2:1 im Qualifikationsspiel zur Europa League beim FC Flora Tallinn köpfte.

Der schnelle Treffer für den hessischen Fußball-Bundesligisten weckt Hoffnungen, dass Joveljic in die großen Fußstapfen seines Vorgängers Luka Jovic treten kann, der für rund 60 Millionen Euro zu Real Madrid wechselte. Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Fußballspielern gibt es genug: Beide sind im serbischen Bijeljina geboren, bei Roter Stern Belgrad groß geworden, jeweils 1,82 Meter groß und Mittelstürmer.

„Luka ist ein großartiger Stürmer und man sollte nicht vergessen, dass ich zwei Jahre jünger bin“, hatte Joveljic bei der Präsentation im Juni in Frankfurt gesagt, aber selbstbewusst angefügt: „In Zukunft kann ich vielleicht sein wie er.“ Obwohl er auch von der TSG 1899 Hoffenheim und anderen Clubs umworben war, entschied sich Joveljic für den Europa-League-Halbfinalisten der vergangenen Saison, der eine Exklave für Fußballer aus den Balkan geworden ist. „Eintracht ist ein großer Verein und gleichzeitig familiär“, begründete er seine Wahl.

Joveljic, der einen Fünfjahresvertrag unterschrieb, könnte sich als Glücksgriff wie Ante Rebic, Filip Kostic, Mijat Gacinovic oder eben Jovic erweisen. Und als Schnäppchen: Nur fünf Millionen Euro soll er gekostet haben. „Dejan Joveljic kann Tore machen, das hat er auf jeder Station bewiesen“, sagte Eintracht-Chefcoach Adi Hütter. „Er braucht nicht viele Chancen, aber noch Zeit, weil er sehr jung ist. Das Siegtor freut mich natürlich für ihn.“

Abgesehen von dem optimalen Einstand von Joveljic lief bei den Frankfurtern erwartungsgemäß noch recht kurzer Saisonvorbereitung noch nicht alles rund. „Noch haben wir Luft nach oben, stehen bei vielleicht 75 oder 80 Prozent“, meinte Hütter, der mit seiner Mannschaft direkt ins Trainingslager nach Windischgarsten in Österreich weiterreist. „Wichtig war, dass wir das erste Spiel gewonnen haben, und das verdient.“

Nicht ganz zufrieden, aber erleichtert über den mit viel Aufwand erreichten ersten Saisonerfolg war auch Bobic. „Es war jedenfalls spannend und besser als jedes Testspiel. Am Ende des Tages sind wir froh, mit einem Sieg weggegangen zu sein“, urteilte er. Von den vielen Chancen konnte nur noch Lucas Torro (24.) eine zum 1:0 nutzen. Den zwischenzeitlichen Ausgleich schoss Mihkel Ainsalu (34.).

„Wir wollten mit einem Sieg gut in die Saison starten, was erwartungsgemäß nicht einfach war“, sagte Neuzugang Dominik Kohr. „Wir müssen sicher ein, zwei Dinge aufarbeiten, die nicht so gut gelaufen sind, aber es war auch viel Gutes dabei.“

Im Rückspiel am kommenden Donnerstag wollen die Frankfurter es besser machen. Auch mit Unterstützung der Europacup verrückten Fans: Sogar das Spiel gegen den Fußball-Underdog aus Estland ist mit 50.000 Zuschauern ausverkauft. „Wir haben viele Chancen herausgespielt. Im Rückspiel wollen wir dann viele Tore machen“, sagte Eintracht-Torwart Felix Wiedwald.

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