Einst verrissen, jetzt im Museum: Rembrandts Radierungen

Im Amsterdamer Rijksmuseum wird zurzeit vor den Augen der Besucher Rembrandts „Nachtwache“ restauriert, ein Gemälde von der Größe eines Lieferwagens. Im Kölner Wallraf-Richartz-Museum kann man sich jetzt davon überzeugen, dass der niederländische Künstler aber auch im Briefmarkenformat ein Meister war. Winzig klein und doch unendlich fein ist zum Beispiel ein dort ausgestelltes Selbstporträt mit Wuschelmähne und Schnäuzer.

02.10.2019, 12:49 Uhr / Lesedauer: 1 min
Einst verrissen, jetzt im Museum: Rembrandts Radierungen

Restauratoren arbeiten an einer Restaurierung des berühmtesten Gemälde von Rembrandt „Die Nachtwache“. Foto: Freek Van Den Bergh/ANP/dpa

Von Donnerstag (3. Oktober) bis zum 12. Januar zeigt das Museum „Rembrandts graphische Welt“ mit 27 Radierungen Rembrandts und elf Blättern von Vorbildern, Zeitgenossen und Nachfolgern. Rembrandt wurde durch solche Drucke noch zu Lebzeiten europaweit bekannt. Seine Radierungen waren im 17. Jahrhundert sehr innovativ und gewagt. So wurden die beiden biblischen Figuren Adam und Eva von anderen Barock-Künstlern als Idealmenschen dargestellt, sie sehen für heutige Betrachter aus, als würden sie täglich im Fitness-Studio trainieren. Rembrandt dagegen zeigte Adam und Eva als unansehnliches älteres Ehepaar.

Ein zeitgenössischer Kritiker rügte ihn dafür heftig: „Schlaffe Brüste, unförmliche Hände, ja sogar die Spuren der Strumpfbänder an den Beinen“ habe er dargestellt. Vermutlich habe ihm eine Putzfrau Modell dafür gesessen. Rembrandt revanchierte sich: Auf einer Karikatur von ihm trägt der Kunstexperte Eselsohren - und der Künstler selbst wischt sich das nackte Hinterteil ab.

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