Eineinhalb Jahre warten auf Platz im Schwimmkurs: Jedes zusätzliche Angebot ist ein Gewinn

Schwimmen lernen

Für die traditionellen Anbieter von Schwimmkursen sind zusätzliche Angebote keine Konkurrenz - im Gegenteil: Unna könnte weit mehr Schwimmunterricht vertragen.

06.08.2019, 16:28 Uhr / Lesedauer: 1 min
Eineinhalb Jahre warten auf Platz im Schwimmkurs: Jedes zusätzliche Angebot ist ein Gewinn

Wenn Kinder ohne Angst im Wasser strampeln, ist das schon mal gut. Sicheres Schwimmen aber will gelernt sein. Dafür reicht die „Seepferdchen“-Ausbildung nicht. Aber sie ist ein wichtiger Anfang. © dpa

„Dieses Angebot ist auf jeden Fall ein Gewinn“, sagt Wilfried Stracke. Der Vorsitzende der DLRG Unna lobt im Gespräch mit unserer Redaktion das Engagement der Bürgerstiftung und des Bornekamp-Freibads für die Schwimmausbildung. Er selbst beobachtet die Entwicklung der Schwimmfähigkeit junger Menschen inzwischen seit 35 Jahren - mit zunehmender Sorge. „Die Schwimmfähigkeit der Kinder nimmt immer mehr ab“, sagt Stracke. Er verweist auf Studien der DLRG, die das belegen. Die Lebensrettungsgesellschaft berichtete vor zwei Jahren beispielsweise von einer Forsa-Umfrage mit deutlichem Ergebnis. Demnach gelten fast 60 Prozent der zehnjährigen Kinder in Deutschland als Nichtschwimmer.

DLRG: „Seepferdchen“ ist kein Schwimmabzeichen

Nach Elternangaben hätten 77 Prozent der Grundschüler zwar das „Seepferdchen“ absolviert. Die DLRG weist aber ausdrücklich darauf hin, dass dies kein Schwimmabzeichen sei. „Mit Seepferdchen sind Kinder noch nicht schwimmfähig“, bestätigt Stracke, „bei Weitem noch nicht.“ Er beobachte eine Tendenz, dass die Einschätzung der eigenen Beweglichkeit und Bewegungen bei Kindern nachlasse. Vielfach könnten sie Hinweise auf falsche Schwimmbewegungen nicht richtig umsetzen. Viele seien nicht ans Wasser gewöhnt und gingen nicht angstfrei hinein.

Schwimmkurse mit langen Wartezeiten

Stracke berichtet, Unna sei vergleichsweise gut aufgestellt, was ausbildende Vereine angeht. Die DLRG in Massen und Unna und die Schwimmfreunde etwa pflegten eine gute Zusammenarbeit. Die Kurse seien aber stark ausgelastet. „Wir haben lange Wartezeiten“, sagt Stracke. Teilweise bis zu eineinhalb Jahre müssten Eltern warten, bis ihr Kind an einem Kurs teilnehmen kann. Jedes zusätzliche Angebot sei daher zu begrüßen. „Wir könnten noch mehr anbieten“, sagt Stracke. Es fehle aber an Ehrenamtlichen, die Kurse geben. Jeder, der Interesse hat, sich hier zu engagieren, sei willkommen.

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