Eine Fußgängerzone, die signalisiert: Ich bin eine Straße

dzProbleme in Lüner City

Die Sanierung der Fußgängerzone Münsterstraße ist längst abgeschlossen. Doch seitdem gibt es ein Problem. Viele Autofahrer glauben noch immer, dass sie es mit einer Straße zu tun haben.

Lünen

, 18.11.2018, 05:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der Lüner Innenstadt sind die Bereiche der Fußgängerzone in der Regel leicht an ihrem roten Klinkerpflaster zu identifizieren. So war es auch in der Münsterstraße - bis zur Sanierung. Doch die Planer entschieden sich im Bereich zwischen Tobiaspark und Persiluhr für Asphalt statt Klinker. Weil dort Linienbusse fahren, sei der Klinker zuvor zu stark beansprucht worden. Asphalt sei robuster, begründete die Stadt den Wechsel des Materials.

„Ich bin schon angehupt worden“

Doch gut gemeint ist manchmal nicht gut gemacht. Oder zumindest missverständlich. Weil das dunkelgraue Asphaltband wie eine Straße wirkt, sehen es viele Autofahrer offenbar bis heute als eine Straße an - und brettern mitten durch die Fußgängerzone. „Ich bin sogar schon angehupt worden, als ich dort zu Fuß ging“, berichtete eine Passantin unserer Redaktion.

Eine Fußgängerzone, die signalisiert: Ich bin eine Straße

Dieses noch relativ neue Schild erwartet Verkehrsteilnehmer auf der Engelstraße in Richtung Münsterstraße, wo die Fußgängerzone beginnt. Das Ziel: Autofahrer sollen erst gar nicht bis dorthin gelangen. © Peter Fiedler

Rund um den asphaltierten Abschnitt gibt es einen regelrechten Schilderwald, der den Verkehr ordnen soll. Erst kürzlich fügte die Stadt ein weiteres Schild hinzu: „Verbot der Einfahrt“ wird Autofahrern signalisiert, die von der Kurt-Schumacher-Straße in die Engelstraße einbiegen. So soll schon hier verhindert werden, dass Fahrzeuge weiter Richtung Fußgängerzone fahren. Ausnahme: Fahrräder, Linienverkehr, Lieferverkehr.

Eine Fußgängerzone, die signalisiert: Ich bin eine Straße

Sieht aus wie eine Fußgängerzone, ist aber keine: Als verkehrsberuhigter Bereich ist dieses Stück der Münsterstraße ausgewiesen. © Peter Fiedler

Etwa 200 Meter weiter nördlich, wo die Münsterstraße in die Kurt-Schumacher-Straße mündet, gilt eine andere Regelung: Hier ist ein verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesen, der bis zur Persiluhr reicht. Heißt für Autofahrer: Es gilt Schrittgeschwindigkeit; Fußgänger dürfen die Fahrbahn in ihrer ganzen Breite nutzen, Kinder dürfen spielen.

Eine Fußgängerzone, die signalisiert: Ich bin eine Straße

Hier endet der verkehrsberuhigte Bereich zwischen Kurt-Schumacher-Straße und Persiluhr. Rechtsabbiegegebot in die Cappenberger Straße ist ausgeschildert, damit niemand nach links in die Fuügängerzone fährt. © Peter Fiedler

Am Ende der verkehrsberuhigten Zone hat die Stadt das Schild Rechtsabbiege-Gebot aufstellen lassen. Autofahrer dürfen also nur nach rechts in die Cappenberger Straße fahren, nicht nach links in die Fußgängerzone.

Eine Fußgängerzone, die signalisiert: Ich bin eine Straße

Der Bereich ab Eisdiele San Remo Richtung Lippebrücke sieht nicht aus wie eine Fußgängerzone, ist aber eine, wie die Schilder zeigen. © Peter Fiedler

Dass dort die Fußgängerzone beginnt, weisen wiederum andere Schilder aus. Die auch die Ausnahmen klar machen: Zwischen 2 Uhr nachts und 11.30 Uhr vormittags ist Be- und Entladen erlaubt. Busse und Radfahrer dürfen immer durch die Fußgängerzone rollen.

Polizei: Verwarnungen bisher mündlich

„Die jetzige Beschilderung hat die Situation aus unserer Sicht bereits verbessert. Wir schauen uns die Situation dort aber noch einmal kritisch an“, erklärt Stadtsprecher Benedikt Spangardt.

„Aus unserer Sicht kann es aufgrund der Beschilderung nicht zu Missverständnissen kommen“, sagt ein Sprecher der Dortmunder Polizei. Autofahrer, die sich nicht an die Verkehrsregeln halten, würden entsprechend verwarnt. Laut Polizei erfolgten die Verwarnungen in dem sanierten Bereich der Fußgängerzone bisher mündlich. „Die Verwarnten zeigten sich überwiegend einsichtig“, so der Polizeisprecher.

Fahrradclub vermisst Piktogramme

Reinhard Koch, Sprecher des Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC), Ortsgruppe Lünen, kritisiert, dass der Fahrradweg nicht als solcher durch Piktogramme gekennzeichnet ist. Die mangelnde Beschilderung, wo der Fahrradweg verläuft, fördere mögliches Konfliktpotential. Über das Miteinander der unterschiedlichen Verkehrsteilnehmer in der Fußgängerzone sagt er: „Man muss sich arrangieren.“

  • Seit Dienstag (13.11.) dürfen Radfahrer nicht mehr durch die Fußgängerzone fahren.
  • Grund sind die Vorbereitungen für den Weihnachtsmarkt. Die ersten Hütten werden aufgebaut.
  • Der Weihnachtsmarkt beginnt am 22. November und endet am 23. Dezember
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger „Im Namen Herrn Lohmanns“

Sparkasse an der Lippe: Vorstandschef beendet Spekulationen um vorzeitiges Ausscheiden

Hellweger Anzeiger Innenstadt

Sieben Jahre Leerstand: Neuer Mieter zieht in ehemalige Bank-Filiale an der Münsterstraße

Hellweger Anzeiger Neues Buch

Was tun, wenn in der Familie die Fetzen fliegen? Fünf Tipps von Dr. Christian Lüdke

Hellweger Anzeiger Baustelle Cappenberger Straße

Nach Baustellen-Panne: Freie Durchfahrt für Anwohner des Struckmannsbergs

Meistgelesen