Eine Firmengruppe rund um Ross und Reiter

Reitsport GmbH

Das Reitsportzentrum in der Massener Heide ist das größte in der weiten Region. Und doch ist es nur ein Teil von mehreren in einer Firmengruppe, deren Geschäftsmodell auf Reitsport beruht.

Unna

, 27.06.2019, 14:44 Uhr / Lesedauer: 1 min
Eine Firmengruppe rund um Ross und Reiter

Thomas Wiese bei der Eröffnung des Reitsportgeschäftes Equitan im Jahr 2013. Für dieses beschrieb der jüngste Lagebericht der Reitsport GmbH „Risiken insbesondere im Wettbewerb mit Internet-Händlern, (...) die von einer niedrigeren Fixkostenbasis aus operieren können als der stationäre Handel“. © Udo Hennes

Hinter dem Reitsportzentrum in der Massener Heide steht die Reitsport GmbH mit Sitz in Unna. Im Handelsregister des Amtsgerichtes in Hamm ist sie seit 2011 eingetragen. Gesellschafter sind Thomas Wiese und die Wiese Familien GmbH. Die Reitsport GmbH ist Eigentümerin der Anlage, aber auch Betreibergesellschaft und dabei Arbeitgeberin von rund 40 Beschäftigten. Ihr Geschäft reicht aber über das Zentrum hinaus.

Zur Reitsport GmbH gehört auch das Fachgeschäft „Equitan“ an der Massener Straße. Außerdem hat die Gesellschaft das „Landhaus Massener Heide“ übernommen – Hauptsächlich als Beherbergungsbetrieb für Gäste von Veranstaltungen im nahen Reitsportzentrum. Einen Gastronomiebetrieb hatte die Reitsport GmbH zuvor schon im Portfolio: Unmittelbar auf der Anlage gibt es das Restaurant „Il Cavallo“. Die Immobilien von „Equitan“ und „Landhaus“ sind offenbar nicht im Eigentum der Reitsport GmbH. Stattdessen zahlte die Gesellschaft zumindest laut bekannter Bilanzveröffentlichungen Pacht an die Eheleute Thomas und Irene Wiese.

Als eigenständiger Geschäftszweig ausgewiesen ist auch die „Hengststation“ – ein Teil des Reitsportzentrums, das Geld verdienen soll, indem sie Züchtern dazu verhilft, ihre Stuten tragend zu bekommen. 13 Hengste stehen dafür bereit, diesen Job zu erledigen. Ihr Sperma darf innerhalb der EU auch international versandt werden.

Der geschäftliche Erfolg der Reitsport GmbH ist offenbar hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Die aktuellste veröffentlichte Jahresbilanz beschreibt den Geschäftsverlauf 2016. In jenem Jahr mussten Thomas Wiese und seine Familien-Gesellschaft 2,5 Millionen Euro an frischem Kapital zuschießen, um den Betrieb aufrechterhalten zu können. „Die Sicherung der Liquidität und damit der Fortbestand der Gesellschaft hängt in der derzeitigen Situation von der Bereitschaft der Gesellschafter zur weiteren Finanzierung bzw. Bereitstellung von Kreditmitteln ab“, heißt es unter anderem in dem Lagebericht. Insgesamt müssen Wiese und seine Familienholding bis 2016 rund 18 Millionen Euro in die Reitsport GmbH gepumpt und mit Forderungsverzicht versehen haben.

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