Mit Messer bedroht: Einbrecher berauben Pfarrer

Mitten im Karnevalstrubel macht ein Pfarrer in Holzwickede eine Entdeckung: Seine Terrassentür steht offen. Doch dahinter steckt kein Versehen, sondern das Werk von Einbrechern. Und die sind noch da.

01.03.2019, 05:59 Uhr / Lesedauer: 2 min

Drei Einbrecher haben einen Pfarrer in seinem Haus mit einem Messer bedroht und ausgeraubt. Danach sperrten sie den Mann in ein Badezimmer des Pfarrhauses. Einer der Täter habe dabei gedroht, ihn niederzustechen, ein anderer habe die Faust geschwungen, sagte der Pfarrer der katholischen Pfarrgemeinde Liebfrauen Holzwickede, Bernhard Middelanis, am Freitag der Deutschen-Presse-Agentur.

Rund 2500 Euro, ein Großteil davon Geld der Kirche, ein Handy und mehrere EC-Karten erbeuteten die jungen Männer nach Angaben des Pfarrers und der Polizei. Middelanis blieb unverletzt.

Der 58 Jahre alte Pfarrer hatte am Donnerstagabend an einer Karnevalsfeier im nebenan liegenden Pfarrheim teilgenommen. Als er kurz eine Kopie in seiner Wohnung machen wollte, sei ihm die offene Terrassentür aufgefallen. Aus dem Obergeschoss kamen die Einbrecher nach unten. „Sie wurden im Ton immer ruppiger und bedrohlicher“, sagte Pfarrer.

Die Männer hätten ihm mit Faustschlägen und einem Taschenmesser gedroht. Er habe ich gedacht: „Mach was die wollen“. Zunehmend sei ihm die Gefahr bewusst geworden. Immer wieder hätten ihn die Räuber geschubst und festgehalten. Die jungen Männer seien ihm nicht bekannt gewesen. Sie hätten aber vermutlich gewusst, dass sie ein Pfarrhaus ausraubten, da sie nach den Spenden der Kirchgänger fragten.

Schließlich hätten die Männer die Schlüssel zum Tresor gefordert. „Einer hat gesagt: „Ich steche dich nieder, wenn das jetzt nicht passiert““. Die Täter seien sehr nervös gewesen. Nachdem Middelanis ihnen den Schlüssel gab, räumten sie seiner Aussage nach den Tresor aus. Schließlich hätten sie ihn gezwungen sein privates Geld, sein Handy und seine Geldkarten herauszugeben.

Danach sperrten sie den 58-Jährigen in ein fensterloses Badezimmer und flohen. Dabei wurden sie nach Angaben des Pfarrers auch von Zeugen gesehen. Ein Mitarbeiter befreite ihn wenig später. Die Polizei sucht nach den Tätern.

„Ich will versuchen, die Normalität zu suchen“, sagte Middelanis. Er habe auch schon wieder eine Messe gegeben. Die Anteilnahme in der Gemeinde sei groß. „Die Leute empfinden das als eine schlimme Sache, die einem möglicherweise noch lange in den Knochen steckt.“

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