Ein ungarischer Orden hat einen Ableger in Wandhofen

Vitézi Rend

Ob Medikamente, Schultafeln oder sogar Feuerwehrwagen. Stefan Simon, Schwerter Vorsitzender eines ungarischen Ritterordens, hilft verarmten Ungarn in ganz Europa.

Wandhofen

29.10.2019, 16:52 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ein ungarischer Orden hat einen Ableger in Wandhofen

Die Teilnehmer der Gründungsversammlung des neuen Hilfevereins für Ungarn möchten etwas gegen die Armut mitten in Europa tun. Vorsitzender ist Stefan Simon (5.v.l.). © Martin Krehl

Der ungarische Orden „Vitézi Rend“ hat einen offiziellen Ableger in Schwerte. Die neue Hilfsorganisation, die von Schwerte aus Hilfslieferungen in Grenzgebiete Ungarns schickt, residiert in Wandhofen. Ihr Vorsitzender ist Stefan Simon, der die Ritterwürde des 1920 gegründeten Orden von seinem Großvater erbte. Stellvertreter von Stefan Simon ist Attila Mozes, dessen Ahnen auch zum Ritter geschlagen wurden.

Ein Wandhofener organisiert schon seit Jahren Hilfslieferungen

Der ungarische Orden ist seit den 90er Jahren wieder aktiv und leistet Kriegsgräberfürsorge, Katastrophenschutz und karitative Hilfsprojekte. Der neue Schwerter Verein wird künftig Hilfslieferungen organisieren und an ungarisch-stämmige Menschen und Kirchengemeinden außerhalb Ungarns senden.

Schon seit Jahren versendet der Wandhofener Simon mithilfe von Freunden, Bekannten und dem Malteser Hilfsdienst solche Lieferungen. Jetzt will Simon seine Bemühungen auf eigene organisatorische Füße stellen. Unterstützung erfuhr er bislang durch die katholische Pfarrgemeinde St. Marien.

Von Schultafeln bis zu Feuerwehrwagen

Stefan Simon hat unter anderem schon Krankenhausbetten, Rollstühle, Schultafeln, Kirchenbänke, Pflegemittel, Medikamente, einen Linienbus und Feuerwehrfahrzeuge ausgeliefert. Simon: „Mitten in Europa leben Menschen in völliger Armut, weil sich für sie niemand zuständig fühlt. Sie leben außerhalb Ungarns, fühlen sich aber als Ungarn“.

Eine in Ungarn geborene Teilnehmerin der Vereinsgründung formulierte es so: „Ungarn ist das einzige Land auf der Erde, das nur mit sich selbst benachbart ist“. Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges sind große Teil des ungarischen Staatsgebietes von Nachbarstaaten annektiert worden. Die dort noch immer lebenden Ungarn sind zumeist völlig verarmt. Die inzwischen in ganz Europa lebenden Angehörigen des „Vitézi Rend“ versuchen dort zu helfen.

Zum 100-jährigen Jubiläum werden Spenden benötigt

Der Orden Vitézi Rend wird 2020 genau 100 Jahre alt. Stefan Simon plant zum Jubiläum weitere Feuerwehrfahrzeuge für ungarische Gemeinden etwa in der Ukraine zu organisieren. Weitere Hilfsgüter sollen möglichst vor Ort besorgt werden, dazu sind Geldspenden nötig. Der neue Verein kann demnächst auch Spendenquittungen ausstellen.

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