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Ein neuer Plan für den Umbau der Kreisstraße beruhigt die Anwohner

Kreisstraße Selm

Der Umbau der Kreisstraße in Selm soll 2019 abgeschlossen sein. Bis dahin ist noch viel zu tun. Ein potenzieller Unmutsfaktor scheint nun abgehakt zu sein. Dank eines ungewöhnlichen Plans.

Selm

, 18.07.2018
Ein neuer Plan für den Umbau der Kreisstraße beruhigt die Anwohner

Wenn die Kreisstraße gesperrt wird, ist eine Zufahrt zu den Geschäften an der Alten Zechenbahn nur noch von Süden aus möglich. Und zwar über die Parkplätze der Geschäfte. Dazu muss unter anderem das Häuschen für die Einkaufswagen (r.) weichen. © Arndt Brede

Um den Kreisverkehr an der Alten Zechenbahn zu bauen, muss die Straße Alte Zechenbahn zeitweise gesperrt werden. Weil Versorgungsleitungen verlegt beziehungsweise neu angelegt werden müssen. Aber wie gelangen die Kunden, aber auch die Anlieferfahrzeuge zu den Geschäften Aldi, Getränke Gefromm, Netto und Geiping? Das stellten Vertreter der Stadt am Dienstagabend in einer kurzfristig anberaumten Bürgerversammlung vor.

Kurzfristig deshalb, weil es in den letzten Tagen Unmut gegeben hatte. Nach Informationen der Redaktion hatten die Anwohner der Straße Schäpershof mitbekommen, dass die Stadt in Erwägung ziehe, während der Bauzeit des neuen Kreisverkehrs Alte Zechenbahn die Zufahrt zu den Geschäften Aldi, Getränke Gefromm, Netto und Geiping über ihre Anliegerstraße laufen zu lassen. Und so war Bürgermeister Mario Löhr am Dienstagabend im kleinen Saal des Bürgerhauses vor rund 40 Besuchern bemüht, die Wogen zu glätten.

Unruhe der Anwohner

„Ich hätte mir diese Bürgerversammlung gern erspart, habe aber mitbekommen und auch ein Schreiben von Anwohnern aus dem Schäpershof bekommen, dass es Unruhe gibt, weil von Seiten der Verwaltung Informationen rausgekommen sind, wie eine mögliche Planung sein könnte. Wir sollten schnellstens die Unruhe aus der Bevölkerung rausholen, indem wir mit Fachleuten die Informationen geben, wie der Bereich Badehaus Haacke und Zufahrt zu den Geschäften an der Alten Zechenbahn für den neuen Kreisverkehr umgebaut werden soll.“

Ein neuer Plan für den Umbau der Kreisstraße beruhigt die Anwohner

Nur wenige Meter sind es vom Kundenparkplatz des Aldi-Marktes bis zur Straße Schäpershof. Pläne, die Zufahrt zu öffnen, sind vom Tisch. © Arndt Brede

Eine Variante sei eben gewesen, die Zufahrt zu Aldi und Co über den Schäpershof laufen zu lassen. Die sei aus Sicht der Verwaltung aber nicht umzusetzen. „Wir werden heute eine Variante präsentieren können, mit der der größte Teil der Anwohner zufrieden sein wird.“ Die Variante sieht so aus: Kunden und Lieferfahrzeuge werden die Geschäfte über eine neue Zufahrt über den Parkplatz am Netto-Markt und über den Parkplatz am Aldi-Markt erreichen. Dazu werden die Fahrzeuge in Kurven entlang der Geschäfte geführt.

Dritter Bauabschnitt ab dem 6. August

Bis diese Variante greift, sind aber noch viele Arbeitsschritte nötig, wie Lothar Unrast, Projektleiter des Kreisstraßenumbaus, erklärte: „Wir sind zurzeit im zweiten Bauabschnitt mit Kanalbau- und Pflasterarbeiten beschäftigt. Am 6. August wechseln wir dann in den dritten Bauabschnitt.“ Das heißt: Auf der westlichen Seite der Kreisstraße werden die Arbeiten zum neuen Kreisverkehr beginnen. Auf der Ostseite der Kreisstraße könne der Verkehr zunächst zweispurig laufen.

Endausbau des zweiten Bauabschnitts und Arbeiten am Kreisverkehr auf der Westseite werden laut Unrast bis Ende dieses Jahres dauern. Nach den Weihnachtsferien und wenn es das Wetter zulasse, können dann die Arbeiten zum Kreisverkehr auf der östlichen Seite beginnen. In diesem Bereich gebe es ein „Riesenproblem“, wie der Projektleiter ausführte. Nämlich die alten und neu zu verlegenden Versorgungsleitungen. Wasserversorgungsleitung, Gasleitung und Stromleitungen unter der Fahrbahn der Alten Zechenbahn müssen verlegt werden. Und zwar unter Vollsperrung der Alten Zechenbahn zu den Geschäften.

Zufahrt über Parkplätze

Und da kommt dann die Zufahrtsvariante über die Parkplätze von der Kreisstraße aus zum Zuge. Um aber die Sicherheit der ein- und ausfahrenden Fahrzeuge nicht zu gefährden, wird die Kreisstraße ungefähr in Höhe der Einmündung Buddenbergstraße für den Durchgangsverkehr gesperrt. Und zwar Anfang 2019. Die Zufahrt zu den Geschäften an der Alten Zechenbahn wird nur noch von Süden über die Kreisstraße möglich sein. Von Norden werde die Zufahrt von der Kreisstraße zur Aral-Tankstelle und zu den Praxen in Mietshäusern gegenüber gewährleistet sein.

Zwei bis drei Monate – also je nach Wetterlage bis März oder April – werde dann laut Unrast dieser Zustand während der Bauzeit des Kreisverkehrs dauern. „Danach ist die Kreisstraße wieder komplett frei“, so Unrast.

Bei den Anwohnern des Schäpershofs kam die Tatsache, dass der Schäpershof nicht geöffnet wird, gut an. Es gab Beifall während der Bürgerversammlung. „Das ist schon gut so“, hieß es aus den Reihen der Zuhörer. „Das ist eine gute Lösung“, sagte ein Schäpershof-Anwohner im Anschluss an die Versammlung. „Die haben sich gekümmert und das ist gut.“

Redakteur Arndt Brede kommentiert

Bitte keinen Schnellschuss

Kunden der Geschäfte an der Alten Zechenbahn und Lastwagen werden also nicht durch den Schäpershof geführt. Eine für die Betroffenen gute Lösung. Hoffentlich ist die Alternative dazu sauber durchdacht und kein Schnellschuss.

Der Umbau der Kreisstraße ist bisher schon von Unruhen – Sorgen der Geschäftsinhaber, Pannen mit einem deformierten Bohrkopf, um nur einige zu nennen – begleitet. Da kämen der Stadt Proteste aus dem Schäpershof nicht gelegen. Lobenswert, dass die Verantwortlichen sich Gedanken gemacht haben und das auch in der Anwohnerversammlung öffentlich gemacht haben. Jetzt tut die Stadt gut daran, die Zufahrtsvariante über die Parkplätze von Aldi, Netto, Geiping und Gefromm im Vorfeld nicht nur genau und sorgfältig zu planen, sondern die Sicherheitsvorkehrungen auch zu kommunizieren. Denn Fußgänger, Radfahrer und Fahrzeuge werden sich nah kommen. Sehr nah.