Ein Segen an der Wand

30.08.2018 / Lesedauer: 2 min
Ein Segen an der Wand

Die Sprüche sind heute schwer zu lesen, weil sie altmodische Worte verwenden. © Greis

Heute ärgern sich viele Menschen über Graffiti an Hauswänden, dabei wurde schon vor über Hundert Jahren an Hauswände gekritzelt. Okay, so ganz mit Graffiti kann man die Schriften an alten Häusern nicht vergleichen, die man meist über den Eingangstüren auf Holzbalken lesen kann.

Damals schnitzten sich die Menschen vor allem religiöse Sprüche in die Balken. Darin wurde der liebe Gott meist um Schutz und Gesundheit gebeten. Bauern zum Beispiel wünschten sich aber auch oft eine gute Ernte und fettes Vieh. Manchmal hatten die Sprüche aber auch kaum oder wenig Bezug zur Religion.

So ist ein Spruch an einem Haus in Opherdicke in einem alten Büchlein festgehalten, der besagt: „Menschenzungen sind schlimmer als Schlangengift.“ Was bedeutet das? Der Biss einer Schlange ist giftig, aber giftig im Sinne von fies kann auch sein, was Menschen manchmal hinter dem Rücken gegenseitig über sich sagen. Man kann also vermuten, dass der Bewohner des Hauses schlechte Erfahrungen mit Lästereien gemacht hat, die auch schon früher in einem Dorf verbreitet wurden.