Ein Armutszeugnis für Politiker

dzKommentar der Redaktion

Der Umweltausschuss der Stadt Unna hat trotz eines eindringlichen Appells der Klimaaktivistin Eva-Lotta Vogt noch nicht einmal über das Ausrufen des Klimanotstandes gesprochen. SPD und CDU haben Beratungsbedarf. Dazu ein Kommentar der Redaktion.

10.07.2019 / Lesedauer: 2 min

Das Signal, das SPD und CDU im Umweltausschuss gesendet haben, ist verheerend. Beide Fraktionen sehen Beratungsbedarf. Beratungsbedarf bei einem Thema, dass bei den Menschen aktuell so präsent ist wie kaum ein anderes. Ein Thema, über das der Kreistag erst vor Wochenfrist ausführlich beraten hat.

Jeder Kommunalpolitiker muss inzwischen wissen, was der Klimanotstand ist – zunächst einmal ein Zeichen, dass die Politik den Klimawandel ernst nimmt und ihre Entscheidungen diesbezüglich überprüft. Nicht mehr und nicht weniger. Man kann dafür sein oder dagegen. Die Diskussion aber zu beenden, bevor sie begonnen hat und damit die lange Bank zu belasten, ist falsch.

Ralph Bürger ist ein gestandener Ratspolitiker mit viel Erfahrung. Er musste wissen, was es zur Folge hat, wenn er gleich zu Beginn seiner Ausführungen Beratungsbedarf anmeldet. Björn Merkord musste die Diskussion beenden. Dass die CDU der SPD zur Seite springt mit dem Hinweis, man solle nicht nur auf diese Fraktion einhauen, macht es nicht besser.

Selten engagieren sich so viele junge Menschen für ein Thema wie jetzt im Fall des Klimaschutzes. Der Umweltausschuss hat ihnen ein großes Brett der Ignoranz vor die Köpfe geschlagen. Dass im gleichen Zuge Gesprächsangebote gemacht werden, klingt da wie ein Hohn.

Lesen Sie jetzt

Hellweger Anzeiger Autorin im Interview

Petra Reski: „Die laufen nur durch die Stadt, um sich bei Instagram zu verewigen“