Ein Alarmsignal

dzKommentar der Redaktion

Die Ergebnisse der Umfrage unter Unnas Ehrenamtlichen lassen aufhorchen. Sie sollten Politik und Verwaltung nachdenklich stimmen - mindestens.

24.10.2018, 14:04 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Zahlen sind überraschend: Fast die Hälfte der Menschen, die sich in Unna ehrenamtlich engagieren, sind in Vollzeit berufstätigt. Das bedeutet, dass sie sich nach ihrem Acht-Stunden-Arbeitstag noch die Zeit nehmen, sich um andere Menschen zu kümmern. Zeit, die ihre Freizeit sein könnte.

Doch den Einsatz für andere - sei es im Sportverein als Übungsleiter, als Flüchtlingshelfer oder als Sprachpate für Schüler - scheinen Unnas Bürger nicht als Last, sondern als angenehme Pflicht zu empfinden. Als Hauptgrund für ihren ehrenamtlichen Einsatz geben die meisten Ehrenamtlichen in Unna an, dass sie einfach Freude an ihrer jeweiligen Tätigkeit haben.

Es ist kein Geheimnis, dass derjenige, der Spaß an dem hat, was er tut, darin gut ist. Dass Vereine und Institutionen wie beispielsweise die im Hospizdienst tätigen Organisationen oder auch die vielen Bereiche, in denen Schülern, Auszubildenden und jungen Berufstätigen geholfen wird, in Unna so gut funktionieren, liegt auch daran: Die Menschen, die sich dort engagieren, machen dies mit Herzblut.

Damit das so bleibt, müssen die Rahmenbedingungen stimmen. Dass sich Freizeit, die zugunsten des Wohles anderer geopfert wird, nicht in Geld aufwiegen lässt, steht außer Frage. Doch Unnas Ehrenamtliche wünschen sich ganz offensichtlich eine stärkere Anerkennung ihrer Arbeit.

Wenn über 40 Prozent der Ehrenamtlichen sagen, dass sie mit der Förderung des Ehrenamtes in Unna nicht zufrieden sind, dann sollte das ein Alarmsignal sein. Denn gleichzeitig sagen die engagierten Bürger, dass ein weiterer Grund für ihr Engagement der Wunsch sei, das gesellschaftliche Zusammenleben aktiv mitzugestalten.

Auf diesen „Schatz“ an Zeit und Herzblut zu verzichten - das kann Unna sich nicht erlauben.

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