Eichenprozessionsspinner sorgten in Lünen für Aufregung und hohe Kosten

Stadt Lünen

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners haben im Sommer auch in Lünen für Aufregung und Arbeit gesorgt – und für hohe Kosten. Jetzt hat die Stadt Bilanz gezogen.

Lünen

02.12.2019, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Eichenprozessionsspinner sorgten in Lünen für Aufregung und hohe Kosten

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners haben die Stadt Lünen in diesem Sommer beschäftigt - und sie 300.000 Euro gekostet. © picture alliance/dpa

Etwa 300.000 Euro hat die Stadt Lünen für die Bekämpfung der Raupen des Eichenprozessionsspinners ausgegeben. Die Brennhaare der kleinen Tiere können Hautreizungen, allergische Reaktionen und Atemnot hervorrufen. Besonders an Schulen und Kindergärten, aber auch auf Friedhöfen und in Parkanlagen ging die Stadt daher gegen die Raupen vor.

Bereits Mitte Mai hatten die Baumexperten der Wirtschaftsbetriebe Lünen (WBL) bei ihren regelmäßigen Kontrollen die ersten Nester gesichtet. Höhepunkt der Raupenpopulation war der Juni. Einen besonderen Schwerpunkt bildete hierbei der Lüner Norden, wo es viele Eichen gibt. Zum Teil wurden an einzelnen Bäumen über 50 Nester gesichtet.

Leimfallen sollen 2020 die Raupen aufhalten

Zwischenzeitlich waren insgesamt drei Fachfirmen mit insgesamt acht Teams zu je zwei Mann im Einsatz, um die Situation in den Griff zu bekommen. In Lünen werden die Raupen durch diese Zwei-Mann-Teams mit speziell ausgerüsteten Industriesaugern von den Eichen abgesaugt. Im kommenden Jahr will die Stadt außerdem eine weitere Methode testen: Sie wird Leimfallen am Stamm der Eichen anbringen, die die Raupen während ihrer namensgebenden „Prozession“ am Stamm aufhalten.

Eichenprozessionsspinner sorgten in Lünen für Aufregung und hohe Kosten

Mitarbeiter von Spezialfirmen sorgten dafür, dass die Eichen von den Raupen befreit wurden. © Laura Schulz-Gahmen

Andere Methoden steht die Stadt kritisch gegenüber: So würden beispielsweise Spritzmittel häufig auch nützlichen Insekten schaden und könnten zudem nur bei günstiger Witterung und zu bestimmten Tageszeiten eingesetzt werden. „Hausmittel“, wie etwa die Behandlung der Nester mit kochendem Wasser, fügten dem Baum mehr Schaden zu als dass sie nützen, hieß es von der Stadt.

Auf die Sperrung öffentlicher Anlagen konnte in Lünen, bis auf vereinzelte kurzzeitige Ausnahmen, verzichtet werden. Die Stadtverwaltung führt das auf die gute Zusammenarbeit mit den Fachfirmen zurück, die mit der Entfernung beauftragt waren. Davon abgesehen wären Sperrungen in diesem Jahr ohnehin wenig hilfreich gewesen, heißt es in einer Mitteilung der Verwaltung im Ausschuss für Sicherheit und Ordnung am Donnerstag (28.11.): Ein besonderes Problem in diesem Jahr sei der böige Wind gewesen. Er verteilt die Brennhaare der Raupen in der Luft. Absperrungen sind dann zwecklos.

Natürliche Feinde der Raupen fördern

Die Stadtverwaltung plant nun, die Kosten 2020 zu reduzieren. Unter anderem will sie natürliche Feinde des Eichenprozessionsspinners fördern. Viele dieser Feinde hat die wehrhafte Raupe nicht, aber bestimmte Insekten und auch Vögel wie Meisen gehören dazu. Daher plant die Stadt, Nistkästen für Meisen anzuschaffen und vor allem nahe Schulen und Kindertagesstätten anzubringen. Außerdem wird sie an verschiedenen Schul- und Kitastandorten insgesamt sieben Eichen, die nicht mehr gesund sind, in diesem Winter fällen. Insgesamt stehen 800 Eichen in der Stadt. Die Stadt will ihren Anteil in den heimischen Wäldern senken. Bei künftigen Aufforstungen will die Stadt Buchen bevorzugen – zumindest in Bereichen, die an Wohngebiete angrenzen.

Eine wichtige Maßnahme sei auch die Beratung der privaten Besitzer von Eichen. Diese beseitigen die Raupen häufig nur teilweise, zu spät oder gar nicht, so die Stadt. Häufig setze sich der Befall von diesen Bäumen aus fort, es würden dann Bäume teils erneut befallen.

Insgesamt sei das Aufkommen des Eichenprozessionsspinners 2019 höher als im Vorjahr gewesen. Die Abteilung Stadtgrün habe das allerdings auch erwartet. Schuld seien die trockenen und milden Winter, die den Raupen ideale Bedingungen bieten. Außerdem seien durch den vermehrten Einsatz von Insektiziden zur Bekämpfung der Raupe in verschiedenen europäischen Regionen auch Insekten in Mitleidenschaft gezogen worden, die als natürliche Feinde gelten.

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