Ehemaliger SS-Wachmann kündigt Aussage für Dienstag an

Im Prozess um hundertfache Beihilfe zum Mord im Konzentrationslager Stutthof wird sich der Angeklagte erst am Dienstag zu den Vorwürfen äußern. Das kündigten seine Verteidiger am Donnerstag am zweiten Prozesstag vor dem Landgericht Münster an. Grund ist ein beim Gericht am 6. November mit Verzögerung eingegangenes historisches Gutachten zu dem KZ. „Wir verstehen, dass die Verteidiger und der Angeklagte sich die 121 Seiten erst in Ruhe angucken müssen“, sagte der Vorsitzende Richter Rainer Brackhane.

08.11.2018, 12:39 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ehemaliger SS-Wachmann kündigt Aussage für Dienstag an

Zu Beginn des Prozesses sitzt der Angeklagte im Landgericht auf der Anklagebank und hält seinen Gehstock fest. Foto: Guido Kirchner/Archiv

Der 94-Jährige wurde mit 18 Jahren in dem deutschen Lager der Nazis bei Danzig als SS-Wachmann eingesetzt. Nach Angaben der für die Aufklärung von NS-Verbrechen zuständigen Zentralen Stelle in Ludwigsburg starben bis Kriegsende 65 000 Menschen in Stutthof und seinen Nebenlagern sowie auf den sogenannten Todesmärschen. Laut Anklage hatte der Mann aus dem Kreis Borken nicht nur das systematische Morden in dem Lager mitbekommen, sondern durch seinen Einsatz von 1942 bis 1944 auch möglich gemacht.

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