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Durstlöscher für 180 Bäume und 3500 Stauden in der Hitze-Periode

Hitze

Heiß, heiß, heiß. Das beschreibt die aktuelle Wetterlage gut. Und nicht nur wir Menschen haben mit Sonne und Hitze zu kämpfen. Auch die Bäume müssen gekühlt werden - eine Mammut-Aufgabe.

Lünen

, 02.08.2018
Durstlöscher für 180 Bäume und 3500 Stauden in der Hitze-Periode

Der Rhododendron lässt die Blätter hängen, daher muss er in der aktuellen Trockenperiode ausgiebig gegossen werden. © Victoria Maiwald

Der Schweiß rinnt in Strömen, die Menschen ächzen und stöhnen bei den derzeitigen Temperaturen, Bauern müssen mit erheblichen Ernteeinbußen rechnen. Die aktuelle Hitze-Periode verlangt einiges ab von Mensch und Natur. Denn neben den Problemen bei den Ernten leiden auch die heimischen Gärten und städtischen Grünanlagen unter den Temperaturen jenseits der 30 Grad.

Besonders deutlich sind die Hitzeschäden an Rasenflächen zu erkennen: wo normalerweise saftiges Grün zu erwarten wäre, sieht es derzeit eher braun, trocken und wüstenartig aus. Die Rasenflächen sind verbrannt. Da hilft auch kein Gießen mehr.

Junge Bäume in Lünen stehen unter besonderer Beobachtung

Damit dieses Schicksal nicht auch den Bäumen und Büschen im öffentlichen Stadtgebiet droht, hat die Stadt Lünen einen Generalauftrag an die Wirtschaftsbetriebe Lünen (WBL) vergeben. Sie sind beauftragt, alles Grüne in der Stadt zu bewässern.

Bäume, die länger als zwei Jahre an ihrem Platz stehen, sind in der heißen Jahreszeit nicht gefährdet. Doch junge Bäume stehen zurzeit unter besonderer Beobachtung, denn sie haben ihr Wurzelwerk noch nicht ausreichend ausgebildet, um an die feuchteren Erdschichten zu gelangen. Schädliche Auswirkungen der aktuellen Hitzeperiode können aber möglicherweise erst in der nächsten Wachstumsperiode im Frühjahr erkannt werden.

Damit es erst gar nicht zu Schäden kommt, sind die WBL in diesem Sommer im Dauereinsatz. „Sechs Tage in der Woche werden Bäume, Sträucher und Beete gegossen“, berichtet Rainer Finke, Leiter der Abteilung Grünflächenpflege der WBL. Bisher gab es 17 Gieß-Gänge. Ein Gang ist beendet, wenn alle 180 Bäume und alle 3500 Stauden und Beete gegossen sind. Dann geht es wieder von vorne los. Zum Vergleich: im Jahr 2017 gab es insgesamt 7 Gänge und Ende Juni wurde die Bewässerung bereits beendet.

23.000 Liter Wasser gegen die Hitze

„Um alle Pflanzen durch den Sommer bringen zu können, werden am Tag ungefähr 23.000 Liter Wasser benötigt“, erklärt Karl-Joachim Simonsen. Der gelernte Gärtner ist derzeit mit dem Bewässerungsauto in ganz Lünen unterwegs.

Die zwei Bewässerungs-Fahrzeuge die für WBL und Stadt unterwegs sind, fassen jeweils 1000 Liter. In zehn Minuten ist der Wagen befüllt und in zehn Minuten kann er bei voller Gieß-Auslastung auch schon wieder leer sein.

Den Bäumen mal einen Durstlöscher ausgeben

Auch wenn Sträucher und Bäume trotz Bewässerung ihre Blätter hängen lassen oder sogar verlieren, sind sie noch lange nicht hinüber. „Wenn sie im Herbst wieder zurückgeschnitten werden, erholen sie sich gut von den sommerlichen Strapazen“, sagt Simonsen. Auch der Rasen, der vermeintlich für tot erklärt wird, könne sich wieder erholen.

Zwar sind die Wirtschaftsbetriebe Lünen bemüht, alle Pflanzen mit ausreichend Wasser zu versorgen, „aber es schadet nicht, wenn alle mithelfen. Wer einen Baum vor der Tür stehen hat, kann gerne zwischendurch einen Eimer Wasser spendieren“, sagt Finke. Darüber werden sich die Bäume bestimmt freuen.

Durch die Hitze und Trockenheit steigt die Gefahr der Brände. Die Stadt Lünen weist auf das derzeitige Grillverbot auf offiziellen– und dafür reservierten – Grillplätzen hin. Offene Feuer und Grillkohle können schnell auf die ausgetrocknete Vegetation übergreifen und sich zu einem Brand ausweiten. Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns weist auf verstärkte Kontrollen hin.
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