Durch Stalking in den Tod getrieben? Ex-Partner vor Gericht

Ein Mann soll seine Ex-Partnerin durch Psychoterror in den Selbstmord getrieben haben. Jetzt steht er in Bochum vor Gericht - und schweigt.

17.06.2019 / Lesedauer: 2 min
Durch Stalking in den Tod getrieben? Ex-Partner vor Gericht

Eine Bronzestatue der Justitia steht in Frankfurt am Main. Foto: Arne Dedert/Archivbild

Nach einem mutmaßlichen Stalking-Fall mit tödlichem Ausgang muss sich ein 50-jähriger Mann seit Montag vor dem Bochumer Schwurgericht verantworten. Der Angeklagte soll seine frühere Lebensgefährtin durch hartnäckigen Psychoterror in den Selbstmord getrieben haben. Der Vorwurf lautet auf Nachstellung mit Todesfolge.

Laut Staatsanwaltschaft hat sich die bereits unter Depressionen und Angstzuständen leidende Frau aus Wanne-Eickel im Juni 2018 mit einer Überdosis Tabletten das Leben genommen. Zum Prozessauftakt vor dem Bochumer Schwurgericht hat sich der Angeklagte, der zuletzt keinen festen Wohnsitz hatte, noch nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Die Polizei hatte nach dem Suizid der 49-Jährigen einen Abschiedsbrief gefunden, in dem sie ihren Ex-Partner schwer belastet. „Es tut mir leid, aber ich kann nicht anders - er hat mir noch den Rest gegeben“, heißt es darin.

Laut Anklage hat der 50-jährige Deutsche seine frühere Partnerin immer wieder auf offener Straße sexistisch beschimpft und bedroht. Außerdem soll er nachts Sturm geklingelt haben, sie mit Telefonanrufen terrorisiert haben und sogar auf den Balkon ihrer Wohnung geklettert sein, um sie zu erschrecken.

Der 50-Jährige ist bereits wegen Nachstellung vorbestraft. 2012 hatte er seine geschiedene Ehefrau trotz Kontaktverbotes belästigt. Im November 2016 war er verurteilt worden, weil er einer Ex-Freundin Hundekot unter die Auto-Türgriffe geschmiert hatte. Im Falle einer Verurteilung drohen dem Angeklagten bis zu zehn Jahre Haft.

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