Duisburg verteidigt frühen Weihnachtsmarkt

Schon an diesem Donnerstag geht in Duisburg der große Weihnachtsmarkt los - zweieinhalb Wochen vor dem 1. Advent. Kritik daran kommt von den Kirchen. Die Stadt verteidigt ihren Kurs. „Der Duisburger Weihnachtsmarkt wird in diesem Jahr am 14. November, also einen Tag vor den Weihnachtsmärkten in Essen und Oberhausen, eröffnet. Die Öffnungszeiten der Weihnachtsmärkte resultieren vor allem aus der großen Nachfrage der Besucherinnen und Besucher“, sagt ein Projektmanager der zuständigen städtischen Firma in Duisburg.

12.11.2019, 08:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Man habe den Termin mit Kirchenvertreten abgestimmt und nehme bei den Öffnungszeiten Rücksicht zum Beispiel auf den Totensonntag, heißt es weiter von der Duisburg Kontor GmbH. „Dennoch versuchen wir den Bedürfnissen unserer Händler, dem Innenstadt-Handel und vor allem der Nachfrage der Besucher gerecht zu werden.“

Die Ruhrgebietsstädte Essen und Duisburg sind nicht allein mit dem sehr frühen Weihnachtsmarktbeginn. Im Essener Stadtteil Steele startete der Weihnachtsmarkt sogar schon am 2. November.

Die Kirchen stören sich an den frühen Märkten. Ulrich Lota, Pressesprecher des Bistums Essen, sagt, die Weihnachtsmärkte seien vor allem Marketinginstrument, um in Zeiten des Online-Handels mehr Leute in die City zu locken. „Gläubigen Christen ist es aber wichtig, bei all dem Kommerz und Konsum darauf hinzuweisen, dass Weihnachten nicht irgendeine kulturelle Lichtfeier am Jahresende ist, sondern das Fest der Geburt Jesu.“ Allerdings wolle man auch nicht mit erhobenem Zeigefinger anderen Menschen etwas verbieten, was sie erfreue.

Doch Mitte November, so Lota, sei kulturell sowohl von kirchlicher Seite (Totensonntag) als auch vom Staat (Volkstrauertag) wirklich noch nicht Weihnachten, sondern es stehe das Totengedenken im Vordergrund. Katholischen und evangelischen Christen sei es wichtig, dass das religiöse Wissen nicht vollends verschwinde.

Nach wie vor öffnen in den meisten Städten im deutschsprachigen Raum die Weihnachtsmärkte erst nach Totensonntag, der in diesem Jahr auf den 24. November fällt.

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