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Dürre in Nordrhein-Westfalen setzt die Bäume unter Stress

Mancherorts kamen NRW-weit im Juni nicht einmal zehn Prozent der gewöhnlichen Regenmenge herunter. Manche Bäume werfen bereits ihre Blätter ab. Trinkwasser gibt es aber weiter genug.

11.07.2018
Dürre in Nordrhein-Westfalen setzt die Bäume unter Stress

Ausgetrocknetes Ufer des Rheins in Düsseldorf. Foto: Ina Fassbender

Was im Herbst normal ist, ist bereits jetzt in Städten zu beobachten: Bäume werfen ihre Blätter ab. In manchen Regionen in Nordrhein-Westfalen kamen nicht einmal zehn Prozent der üblichen Regenmenge im Juni herunter - andere Orte haben ein vielfaches der Niederschlagsmenge in wenigen Stunden abbekommen.

Der Kreis Wesel, das nordwestliche Ruhrgebiet, der Kreis Kleve und Bocholt bekamen im Juni so wenig Regen ab, wie noch nie in dem Sommermonat seit Beginn der Wetteraufzeichnung, sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes aus Essen am Mittwoch. Am wenigsten Regen fiel demnach im Dorf Selfkant-Havert nahe der niederländischen Grenze mit knapp sechs Litern pro Quadratmeter, gefolgt von der Gemeinde Alpen am Niederrhein mit rund 6,5 Litern.

Viele Bäume werfen durch die anhaltende Trockenheit bereits ihre Blätter ab, gerade in den Städten zollen sie dem Wetter Tribut. „Bevor der ganze Baum stirbt, wirft er Blätter ab. Das ist ein Schutz vor dem Verdursten“, sagt Birgit Königs, Sprecherin des Naturschutzbundes NABU.

Vor allem Buchen oder Birken tun sich mit der anhaltenden Trockenheit schwer. Laut dem Deutschen Wetterdienst in Essen kamen im Juni landesweit gut 30 Liter Regen pro Quadratmeter weniger vom Himmel als gewöhnlich.

Wenn sich solch eine Dürre über mehrere Sommer fortsetzen würde, kann dies laut Königs zum Absterben eines Baumes führen. Wasser sei insbesondere für junge Bäume wichtig, die noch nicht so tiefe Wurzeln haben. Städte und Kommunen rufen immer wieder dazu auf, Bäume zu bewässern.

Leichter mit dem Wetter tun sich hingegen Platanen. „Deshalb stehen sie auch viel in den Städten. Das Abwerfen der Rinde ist ein ganz normaler Vorgang“, erklärt Königs.

Anderswo hat es innerhalb von ein bis zwei Stunden so viel geregnet wie sonst nicht einmal im ganzen Monat. Besonders schlimm traf es Langenfeld (Kreis Mettmann) mit fast 130 Litern pro Quadratmeter, gefolgt von Wermelskirchen (120 Liter) oder Leverkusen (112 Liter).

Die Auswirkungen der anhaltenden Trockenheit könnten auch die Verbraucher im Supermarkt zu spüren bekommen. Laut der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft kann es aber noch ein bis zwei Wochen dauern, bis sich die Preise auf die Verbraucher auswirken. Davon seien etwa Salatköpfe und Kohl betroffen, bei denen es bereits leichte Einschränkungen bei der Ernte gebe. Insgesamt sei die Erntemenge in diesem Jahr bei Obst und Gemüse aber höher als 2017. „Gegen Trockenheit kann ich etwas tun, gegen zu viel Regen nicht“, sagt Michael Koch von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft.

In der Trinkwasserversorgung sollte es zu keinen Problemen kommen. Über die Ruhr und ihre Nebenflüsse werden rund 4,6 Millionen Menschen im Ruhrgebiet mit Trinkwasser versorgt. Die acht Talsperren des Ruhrverbandes geben derzeit 13 000 Liter Wasser in der Sekunde ab, damit immer genug Wasser in dem Fluss ist. Für den noch anstehenden Sommer macht sich der Verband keine Sorgen: „Der Wasservorrat wird für diesen Sommer reichen.“

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