Drumherum statt mittendurch: Rat lässt Sperrung der Ortsdurchfahrt Bork prüfen und will noch mehr

Verkehr in Bork

Schon jetzt ist der Borker Ortskern regelmäßig von Autos verstopft. Wenn die neue Lippebrücke im Dahler Holz gebaut wird, könnte es noch schlimmer werden. Der Rat will deshalb vorsorgen.

Bork

, 12.10.2018, 18:54 Uhr / Lesedauer: 2 min
Drumherum statt mittendurch: Rat lässt Sperrung der Ortsdurchfahrt Bork prüfen und will noch mehr

Auswärtige Autofahrer auf der Durchreise sollen künftig die Einfahrt in den Ortskern am ursprünglichen Borker Amtshaus (Foto) an der Hauptstraße meiden und bestenfalls im Rückspiegel sehen. © Sylvia vom Hofe

„Erheblich mehr Verkehr als jetzt“, sagt Dieter Kleinwächter dem Borker Ortskern voraus. „Wenn die Kreise Recklinghausen und Unna erst einmal die Lippebrücke abreißen und an der gleichen Stelle eine neue bauen, wird dort über mehrere Jahre eine Baustelle sein.“ Und wer trotzdem von dem einen zum anderen Ufer will, werde auf andere Routen ausweichen - unter anderem durch Bork. Die Waltroper Straße drohe zum Nadelöhr zu werden. Kleinwächter hat am Donnerstagabend während der Ratssitzung einen Lösungsvorschlag präsentiert, der zwar fast allen Kollegen gefiel, aber dennoch für Ärger sorgte.

Neue Ampel nötig

Die Verwaltung solle eine Sperrung des Ortskerns für den Durchgangsverkehr prüfen, so Kleinwächter. Eine Umleitungsstrecke sei ja vorhanden: die Gutenbergstraße, die durch das Gewerbegebiet am Bahnhof vorbei führt und die Kreisstraße mit der Vinnumer Straße verbindet. Dafür brauche es nicht viel, vor allem nur eines: eine neue Ampel. Die bisherige Ampel auf der Ecke Gutenberg-/Kreisstraße ist eine Anforderungsampel für Radfahrer und Fußgänger, die die Kreisstraße queren wollen. Den Autoverkehr regelt sie nicht.

„Da sind wir bereits in Abstimmungsgesprächen mit dem Landesbetrieb Straßen NRW“, sagte Bürgermeister Mario Löhr. Die Ampel sei „kein Problem“. Auch wer was mache, sei bereits geklärt. „Wir übernehmen die Planungskosten, der Kreis Unna die Baukosten.“ Das Planfeststellungsverfahren für den Lippebrücken-Bau werde etwa ein Jahr dauern: Zeit genug, um alles vorzubereiten. Damit meinte der Bürgermeister nicht nur die Sperrung.

Straßen, auf denen Fahrräder Vorrang haben

Die Stadtverwaltung erarbeite gerade eine Umgestaltung von Waltroper- und Bahnhofstraße zu Fahrradstraßen: eine billige und einfache Lösung, um Radfahrenden mehr Platz und Sicherheit einzuräumen. Nach Auskunft von Christian Jänsch vom heimischen Fahrradclub ADFC dürfen dort Radfahrer nebeneinander radeln, allerdings auch nicht kreuz und quer. Denn Autofahrer sind nicht komplett verbannt von der Fahrradstraße. Sie müssen sich aber unterordnen. Die nächste Fahrradstraße sei der Leezenpatt in Lünen. Jänsch kennt sich da aus, Denn dass die Stadt derzeit einen Vorschlag zur Umgestaltung entwickelt, kommt nicht von ungefähr, wie er sagt.

Jänsch, selbst Borker, ist Mitglied in der Interessengemeinschaft Borker Bürger (IGBB), die zurzeit ehrenamtlich Konzepte zur Umgestaltung des Borker Ortskerns erarbeitet. Er hat dabei den Verkehr in den Blick genommen und ein Konzept für Fahrradstraßen entwickelt. „Das greift die Verwaltung jetzt auf.“ Wie viele Väter der Erfolg aber auch hat, ist ihm egal. „Hauptsache es passiert etwas für die Radfahrer.“ Wann genau, wird sich zeigen, sobald der Entwurf Thema der öffentlichen Beratung gewesen sein wird - Ende des Jahres.

Der Erfolg hat viele Väter

Auch die Idee der CDU, den Durchgangsverkehr umzuleiten, hatte schon Vordenker. „Das ist doch seit Monaten geklärt“, sagte Wilfried Zimmermann (UWG) während der Ratssitzung. Auch Thomas Orlowski (SPD) wunderte sich über den Antrag der CDU. „Die Problematik besteht doch gar nicht mehr.“ Die Verwaltung sei schließlich bereits tätig geworden - noch bevor der Rat mit zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung den CDU-Antrag annahm.

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