Drei-Länder-Initiative gegen Clankriminalität im Grenzgebiet

Die Bezirksregierung Köln will gemeinsam mit den Niederlanden und Belgien intensiver gegen Clankriminalität und organisiertes Verbrechen im Grenzgebiet vorgehen. Dazu sei das Euregionale Informations- und Expertisezentrum Euriec eingerichtet worden, teilte die Bezirksregierung am Donnerstag mit. Euriec solle ein Netzwerk aufbauen und Experten unterschiedlicher Bereiche wie Behörden, Justiz und Polizei zusammenführen. Ziel des einzigartigen Projekts sei ein effektiver Informationsaustausch zwischen den Behörden im Grenzgebiet.

24.10.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

So solle beispielsweise vermieden werden, dass eine Rockerbande, der die niederländischen Behörden den Bau einer Gaststätte untersagt hätten, einfach über die Grenze nach Deutschland wechsle, wo die Hintergründe vielleicht nicht bekannt seien.

Eine Arbeitsgruppe in Brüssel habe die Vorgehensweise von Rockerbanden im Grenzgebiet Belgien, Niederlande, Luxemburg und Deutschland untersucht und Alarm geschlagen. Die Banden bedienen sich demzufolge ähnlicher Strukturen wie Familienclans. „Wichtig ist es daher, die Strukturen frühzeitig zu erkennen und entgegenzuwirken“, sagte Regierungspräsidentin Gisela Walsken.

Die Europäische Union hat für das Projekt eine Million Euro zur Verfügung gestellt. Die Universitäten Leuven in Belgien und Maastricht in den Niederlanden sowie die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Köln begleiten es wissenschaftlich. Das Projekt ist zunächst auf zwei Jahre angelegt. Am Ende könnten möglicherweise Gesetzesänderungen stehen, die den Informationsaustausch dauerhaft erleichtern.

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