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Drei Bauerschaften machen wichtigen Schritt für schnelles Internet

Glasfaserausbau

Die Anwohner in Ehringhausen, Varnhövel und Nierstenholz haben die letzten Vorbereitungsarbeiten abgeschlossen. Der Glasfaserausbau kann beginnen.

Werne

, 02.08.2018
Drei Bauerschaften machen wichtigen Schritt für schnelles Internet

Um an einen Glasfaseranschluss zu kommen, haben die Anwohner in den Bauerschaften Ehringhausen, Varnhövel und Nierstenholz selbst hart geschuftet. © Antonius Knarse

Monatelang haben sie Gräben gezogen, Rohre verlegt und Überzeugungsarbeit geleistet. Am Mittwochabend herrschte dann große Erleichterung. Die Anwohner in den Bauerschaften Ehringhausen, Varnhövel und Nierstenholz haben ihre Arbeit fertiggestellt. Nun ist der Weg frei für schnelles Internet.

Einige Herausforderungen zu meistern

Der letzte Tag hatte es noch einmal in sich. „Wir haben um 8 Uhr angefangen und haben die letzten vier Kilometer eingepflügt. In Varnhövel gab es dann sehr widrige Verhältnisse mit sehr festen und steinhaltigen Böden, sodass wir acht Stunden gebraucht haben für eine Strecke, für die wir normalerweise fünf Stunden gebraucht hätten. Das war schon ein Großkampftag“, berichtet Antonius Knarse, der Vorsitzende der Interessengemeinschaft.

Auch die Wälder des Grafen von Kanitz sorgten für eine natürliche Herausforderung. Da konnten die Anwohner nicht durch den Wald pflügen und mussten stattdessen drumherum planen. Das galt auch für einige Grundstücke. Weil einige wenige Anwohner nicht an das Netz angeschlossen werden wollten, mussten laut Knarse auch an zwei bis drei Stellen Umwege gebaut werden.

94 Häuser werden angeschlossen

Insgesamt beteiligen sich nun aber 90 Prozent an der Maßnahme. Das entspricht 94 Häuser. Wer sich nachträglich doch für das schnelle Internet entscheidet, guckt in die Röhre. „Das war die einzige und letzte Chance an Glasfaser angeschlossen zu werden“, erklärt Antonius Knarse. Die ganze Trasse, die insgesamt 27,5 Kilometer zählt, könne nicht erweitert werden. Jedes Haus sei mit zwei Adern, die bis zur Verteilerstation ragen, ausgestattet. Ein nachträgliches Anschließen sei viel zu kostenintensiv.

Nun beteiligt sich jeder Haushalt mit 2000 Euro. Für den Anschluss nimmt die Firma Muenet einen Beitrag von 1400 Euro. Die Tiefbauarbeiten sind mit 600 Euro für jeden Teilnehmer veranschlagt. Nur weil sich rund 30 Anwohner selbst um die Verlegearbeiten der Rohre kümmern, bleibt es bei diesen überschaubaren Kosten. Ein Anschluss an ein Telekom-Netz habe andernorts auch schon einmal 15.000 Euro für einen Haushalt gekostet, berichtet Knarse.

Gemeinschaft wächst durch Arbeiten zusammen

Etwa 500 Arbeitsstunden habe jedes der vier Teams absolviert. Sechs Monate seien die Arbeiter fast an jedem Wochenende im Einsatz gewesen, so Knarse. Auch für die Organisationsteams, die die Planung im Herbst begonnen haben, seien 200 bis 300 Stunden zusammengekommen. Dadurch wächst solch eine Gemeinschaft. Anwohner seien ins Gespräch gekommen, die sich zuvor noch nicht kannten. Bald wollen sie ihren Anschluss an das schnelle Internet mit einem Abschlussabend feiern.

Bis es mit Höchstgeschwindigkeiten ins Netz geht, brauchen sie aber noch etwas Geduld. Wenn alles nach Plan läuft, kann die Firma Lohmann aus Herbern schon in der kommenden Woche Glasfaserkabel in die Leerrohre einblasen. Danach kann die zuständige Firma Muenet aus Rosendahl die angeschlossenen Häuser mit schnellem Internet ausstatten.

Fertigstellung „zwischen Sim-Jü und Weihnachten“

Laut Knarse soll es „zwischen Sim-Jü und Weihnachten“ so weit sein. Dann gehen einige Anwohner überhaupt erstmals ans Netz und alle mit einer Hochgeschwindigkeitsleitung von 50 oder 100 Mbit. Jeder Haushalt kann sich für eine Geschwindigkeit entscheiden. „Damit sind wir weit besser versorgt als die Innenstadt“, sagt Knarse.