Skurrile Dreharbeiten auf Jüdischem Friedhof: Der Regisseur hat sein Ziel erreicht

dzJüdischer Friedhof

Mit seinem auf dem Jüdischen Friedhof gedrehten Film wollte Oliver Meth nicht nur eine gute Note für sein Studium bekommen, sondern auch auf ein für ihn wichtiges Thema aufmerksam machen.

Selm

, 17.10.2019, 10:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit seinem weiß bemalten Gesicht und seinem schwarzen Umhang hatte Oliver Meth (35) für einige Aufregung in Selm gesorgt, als er auf dem Jüdischen Friedhof an der Kreisstraße einen Film drehte. Mit seinem Werk wollte der Student ein wichtiges Thema in den Fokus rücken, das ihn selbst schon mal betraf.

Insgesamt 25 Stunden, verteilt auf drei Tage, habe er gedreht, erzählt Meth. Einen Tag davon hatte er mit seinem Team auf dem kleinen Selmer Friedhof verbracht. Für das Bearbeiten des Films kamen später noch mal weitere fast 50 Arbeitsstunden hinzu.

Gemischte Reaktionen auf den Film sind „voll ok“

Die Reaktionen auf seinen Dreh waren gemischt. „Wir hatten ein bisschen Spaß daran“, sagt der 35-Jährige. Auf Facebook hatte er in eine Selmer Gruppe Anfang des Monats den Link zu seinem fertigen Video veröffentlicht. „Die Reaktionen waren teils so und teils so“, erzählt Meth.

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Am Ende gefiel der Film nämlich nicht jedem. Doch das sei auch „voll ok“, sagt er. Auf Facebook „fanden es die Leute aber größtenteils toll“, sagt der Student.

Für Oliver Meth gab es jedoch noch einen größeren Grund zur Freude: „Ich habe das Gefühl, dass ich einige Leute tatsächlich erreicht habe.“ Denn der Film behandelt das Thema Burnout und beruht auch auf eigenen Erfahrungen.

Oliver Meth hatte bei der Stadt eine Genehmigung beantragt

„Ich war selbst einmal stark Burnout-gefährdet“, hatte er schon während des Drehs erzählt. Nach der Veröffentlichung seines Videos sei er dann von einigen Leuten kontaktiert worden, um sich über den Film auszutauschen.

Auch während des Drehs hatte er schon Kontakt mit einigen Selmern. So kam morgens Norbert Zolda vorbei, um die offizielle Drehgenehmigung zu übergeben. Und später erschien auch noch ein Mann, der sich um die Gräber kümmert.

Ab mittags hing dann aber ein Schild am Eingang des Friedhofs, um vor allem die vorbeifahrenden Autofahrer darauf hinzuweisen, dass auf dem Friedhof nichts Schlimmes passiere und nur ein Film gedreht werde. „Danach kam dann überhaupt keiner mehr.“

Polizei fuhr „noch ein paar Mal“ vorbei

Eigentlich habe er vorgehabt, ein solches Schild und Absperrband sofort zum Drehbeginn aufzuhängen, doch dann sei immer wieder etwas dazwischen gekommen.

Auffällig sei an dem Tag vor allem die Polizei gewesen, sagt er und lacht. Schon bis zum Mittag sei ein Streifenwagen mehrmals am Friedhof vorbeigefahren. Und auch nachmittags, sei die Polizei „noch ein paar Mal“ am Friedhof vorbeigekommen.

Mit seinem fertigen Werk ist er derweil „sehr zufrieden“, sagt er. „Es war das erste Mal, dass ich so eine Art von Video gedreht habe.“ Und der Aufwand hat sich für Oliver Meth durchaus gelohnt. „Ich habe direkt eine Eins bekommen“, erzählt der 35-Jährige.

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