Dramatische Hilfsaktion nach Sturz in eine Gletscherspalte konnte Schwerter nicht retten

dzTödlicher Bergunfall

Den zweithöchsten Berg Österreichs hatte Martin Gläser bezwungen. Beim Abstieg stürzte er in eine Gletscherspalte. 60 Bergretter kämpften um sein Leben. In Schwerte herrscht Bestürzung.

Geisecke

, 08.09.2019, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die dramatische Rettung, bei der 60 Bergretter und drei Hubschrauber eingesetzt wurden, war für Martin Gläser vergeblich: Nach einem Bergunfall am zweithöchsten Gipfel Österreichs, der Wildspitze (3768 Meter) in den Ötztaler Alpen, ist der Vorsitzende des Geisecker Sportvereins in der Nacht zu Samstag in der Universitätsklinik Innsbruck seinen Verletzungen erlegen.

Trio stürzte zehn Meter tief in eine Gletscherspalte

Mit vier Freunden war Gläser am Freitagmorgen von der Breslauer Hütte zur Wildspitze aufgebrochen, die nur 30 Meter niedriger ist als der Großglockner. Während zwei Gruppenmitglieder unterwegs umkehrten, setzte er mit den anderen beiden Bergsteigern den Weg fort, wie die Landespolizeidirektion für Tirol berichtet. Das Trio erreichte den Gipfel und stiegt dann angeseilt über den Nordwestgrat ab. Aus bisher unbekannter Ursache stürzte die Gruppe dabei mehrere Meter weit über eine Firnflanke und danach noch weitere zehn Meter in eine Gletscherspalte ab. Obwohl alle verletzt waren, konnte einer von ihnen per Handy seine Bergkameraden informieren, die wieder zur Breslauer Hütte zurückgekehrt waren.

Dramatische Hilfsaktion nach Sturz in eine Gletscherspalte konnte Schwerter nicht retten

Patienten des Marienkrankenhauses kannten Martin Gläser als Pflegerischen Leiter der Endoskopischen Abteilung. © Oskar_Neubauer

Sie alarmierten die Behörden, die vom Ötztal und vom Pitztal aus Bergretter einflogen. Aus einer Höhe von rund 3200 Metern mussten sie zu der Unfallstelle aufsteigen, um die Bergsteiger zu suchen und zu bergen. In Gebirgstragen mussten die Verletzten danach bis zu 200 Meter bergauf transportiert werden, um sie anschließend mit Pistenraupen und zwei Bergbahnen ins Tal zu befördern. Während zwei der Bergsteiger ins Krankenhaus Zams eingeliefert wurden, brachte man den lebensdrohlich verletzten Gläser noch in die Uniklinik nach Innsbruck - letztlich vergeblich.

Marienkrankenhaus sagt Mitarbeiterfest ab

Die traurige Nachricht verbreitete sich am Samstag in Schwerte wie ein Lauffeuer. Der Geisecker SV sagte umgehend alle Fußballspiele für das Wochenende ab. Seit 2010 hatte Gläser den Vorsitz in dem Verein geführt, in dem er selbst von der Jugend an Fußball gespielt hatte. Er gilt als einer der wesentlichen Motoren für den Bau des Kunstrasenplatzes. 2014 konnte er die „KS-Logistik-Sportanlage“ am Buschkampweg eröffnen.

Große Betroffenheit herrschte auch im Marienkrankenhaus, wo Gläser unzähligen Patienten als Pflegerischer Leiter der Endoskopischen Abteilung bekannt war. Eigentlich hatte die Klinik ihre Mitarbeiter für Samstagabend in den Freischützsaal eingeladen, um mit der Kultband Krass das 150-jährige Jubiläum zu feiern. Doch danach war nach dem Verlust des allseits beliebten Kollegen keinem mehr zumute. Die Feier fiel aus.

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