Dorfbäcker punkten mit Tradition, Gemütlichkeit oder modernem Look

Hintergrund

Ardey

, 28.03.2019 / Lesedauer: 3 min
Dorfbäcker punkten mit Tradition, Gemütlichkeit oder modernem Look

In Warmen haben Jens und Katharina Klein die Bäckerei Neuhaus übernommen und sehen sich als Start-up, weil die Neugründung des Betriebes auf Konditoreiwaren erweitert worden ist. © Jana Peuckert

Mit Ardey verliert ausgerechnet der größte Fröndenberger Stadtteil seine letzte Bäckerei. Dabei sieht es in anderen, oft viel kleineren Dörfern ganz anders aus: Der Trend geht zur Backstube mit dem besonderen Angebot.

Am Dienstag dieser Woche sitzen bereits vormittags zwei Herren mit offenbar süßem Zahn bei Schmidt in Dellwig an der Hauptstraße. „Der Mohnkuchen ist hier gut, nicht so trocken“, schwärmt einer der beiden. Der andere schlürft einen Kaffee.

Bäckerei in Dellwig ist Zwischenstopp für Radler

Vor acht Jahren hat sich Antje Schmidt mit ihrem „Backwaren & Café“ in Dellwig selbstständig gemacht, als im Westen Brötchen drohten, zur Mangelware zu werden. Die Kamenerin hat sich damit ein zweites Standbein aufgebaut: In Heeren-Werve betreibt sie mit ihrem Mann auch eine Heißmangel. Der klassischen Bäckerei ist ein kleines Café angeschlossen, das die Dellwiger besonders sonntags gern besuchen. Positiv bemerkbar macht sich der nahe Ruhrtalradweg gleich hinter der Hauptstraße: Dem Hinweisschild auf die Bäckerei folgen besonders in Frühjahr und Sommer viele Radfahrer. Natürlich gebe es neben guten auch schlechte Tage, räumt Antje Schmidt ein. „Manchmal ist die Kuchentheke leer, manchmal habe ich sonntags um 17 Uhr auch noch alles da.“ Seitdem die Bäckerei in Ardey 2018 die kompletten Sommerferien Betriebsurlaub machte, hat sie schon viele Kunden aus dem benachbarten Stadtteil. „Die Ardeyer holen hier meistens mehrere Brötchentüten auch für ihre Nachbarn“, sagt Antje Schmidt.

In Warmen gibt es neben feiner Konditorware auch Wurst und Eier

Während auf dem Sümberg die Bäckerei Greve aus Arnsberg vor einigen Monaten sogar eine ganz neue Filiale eröffnete, sind Jens und Katharina Klein einen anderen Weg gegangen: Der Bäckermeister übernahm Anfang des Jahres von Marlies Neuhaus die Traditionsbäckerei in Warmen. Dort sieht es mit dem schicken grauen Interieur und Corporate-Design-Kaffeebechern mittlerweile schon richtig stylisch aus. „Man muss mit der Zeit gehen“, sagt Katharina Klein. Eine Konditormeisterin im Betrieb steuert neuerdings Feines aus Sahne und Schokolade zum Sortiment bei. „Torten fehlten hier, generell ja in ganz Fröndenberg“, sagt Katharina Klein. Als Start-up bezeichnet sie die „Bäckerei & Konditorei Jens Klein“ daher auch: Man stellt sich neu auf – und hat sich den Kundenwünschen angepasst, das große Tante-Emma-Laden-Sortiment radikal ausgedünnt. „Weil es halt ein Dorf ist, haben wir auch noch etwas Handelsware wie Wurst und Eier.“ Ein drittes Beispiel für eine funktionierende Dorfbäckerei ist die Steinofenbäckerei Klemp in Frömern: Seit 1932 wird in der Twiete gebacken. Sinnfälliger Leitspruch bei Klemp: Das Leben ist zu kurz, um schlechtes Brot zu essen.

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