Diskussion erweist sich als sinnlos

dzKommentar der Redaktion

Sprechen die im Rathaus nicht miteinander? Oder wird das Thema Fahrradfreundlichkeit nicht richtig ernst genommen? Beides würde kein gutes Licht auf die Stadt werfen. Ein Kommentar.

17.09.2019, 15:30 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Politik sprach sich vor wenigen Wochen noch geradezu mutig für die Einrichtung einer Fahrradstraße auf der Platanenallee aus. Jetzt wird die Politik genau das wohl ablehnen müssen. Was entsteht, ist der Eindruck eines ziellosen Hin-und-her im Rathaus. Kritiker, die immer wieder mangelnden Willen zur Verkehrswende anprangern, werden damit bestätigt.

Es waren Vertreter der Stadtverwaltung, die zunächst suggerierten: Fahrrädern durch eine Umwidmung der Straße Vorrang einzuräumen, das wäre durchaus möglich, auch wenn bisher noch Autos auf der Platanenallee vorherrschen. Man blickte in eine Zukunft mit weniger motorisiertem Verkehr und wollte das auch fördern. Mit großer Mehrheit stimmte die Politik noch im Juni zu. Nun sind es andere Vertreter derselben Stadtverwaltung, die feststellen: Autos herrschen vor auf der Platanenallee, Fahrräder können deswegen keinen Vorrang bekommen. Die Frage steht im Raum, ob die Fachleute für Straßen- und Radwegebau sich nicht austauschen mit denen für Sicherheit und Ordnung. Vielleicht ist es ja tatsächlich Unsinn, auf einer so stark befahrenen Verkehrsachse den Autoverkehr auszubremsen. Ein solches Thema sollte allerdings im Rathaus durchgesprochen werden, bevor man der Politik Vorschläge macht.

Oder ist die Zukunft der Mobilität am Ende doch nicht so wichtig für die Verantwortlichen? In Unna ist an einigen Stellen schon etwas verändert worden, es gibt durchaus Beiträge zur dringend nötigen Verkehrswende, das müssen auch Kritiker anerkennen. Aber diese Diskussion über die Platanenallee, die sich nun als sinnlos erweist, ist eher ein Beitrag zur Resignation.

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