Erneut angeklagter IS-Terrorist schweigt zu Vorwürfen

Der bereits verurteilte IS-Terrorist Nils D. muss sich seit Mittwoch vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf wegen Kriegsverbrechen und Mord verantworten. „Dem Angeklagten wird vorgeworfen, als Mitglied des Islamischen Staates in der Stadt Manbidsch Gefangene gefoltert zu haben. In mindestens drei Fällen sind die Opfer verstorben“, sagte ein Vertreter der Bundesanwaltschaft am ersten Verhandlungstag. D. schwieg am Mittwoch zu den Vorwürfen.

04.09.2019, 01:49 Uhr / Lesedauer: 1 min

Nils D. soll der Anklageschrift zufolge in einem Gefängnis der Terrororganisation Islamischer Staat im Jahr 2014 Mitglied eines Sturmtrupps gewesen sein, der Abtrünnige und Deserteure aufspüren sollte. D. wurde bereits als IS-Terrorist zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt.

„Er wird nun durch einen ehemaligen Gefangenen, der sich im Moment in der Türkei befindet, belastet“, erklärte die Staatsanwaltschaft weiter. Dieser habe erzählt, dass D. gefoltert habe. Die Angaben stimmten in Details mit den historisch bekannten Tatsachen so überein, dass Anklage erhoben worden sei. Da der Angeklagte bereits verurteilt wurde, musste der Bundesgerichtshof das Verfahren zur Hauptverhandlung freigegeben. Für den Mordprozess sind 22 Verhandlungstage angesetzt.

Weitere Meldungen
Meistgelesen