Dietz: „Nicht würdig, den Bundesadler zu tragen“

Sebastian Dietz hat bei der Para-Weltmeisterschaft der Leichtathleten in Dubai eine Medaille verpasst - und ist anschließend bemerkenswert hart mit sich selbst in Gericht gegangen. „Dafür gibt es keine Entschuldigung oder Ausrede. Das ist peinlich“, sagte der 34-Jährige aus Bad Oeynhausen am Mittwoch nach seinem vierten Platz im Kugelstoßen: „Das war ein Scheiß-Wettkampf, eine Katastrophe. Ich bin nicht würdig, den Bundesadler zu tragen.“

13.11.2019, 11:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Dietz: „Nicht würdig, den Bundesadler zu tragen“

Der Deutsche Sebastian Dietz. Foto: Jens Büttner/zb/dpa/Archiv

Vor dem Wettkampf hatte Dietz die Titel des Paralympicsiegers, des Europameisters und auch des Weltmeisters inne. Mit 14,52 Metern fehlten ihm 21 Zentimeter zu Bronze. Bundestrainerin Marion Peters war versöhnlicher. „Die Leistung war nicht gut. Aber zum einen gab es diesmal ein anderes Leistungsgefüge“, sagte Peters mit Blick auf die Rückkehr der seit 2016 gesperrten Russen, von denen prompt zwei vor Dietz landeten: „Und zum anderen hatte Sebastian in diesem Jahr so viele Verletzungen, dass der WM-Start bis kurz vor dem Abflug offen war.“ Peters freute sich, dass Dietz mit Platz vier zumindest einen Slot für die Paralympics 2020 in Tokio geholt hat. „Das ist nicht nur ein Trost, sondern ein Erfolg, der nicht selbstverständlich ist.“

Dietz hatte 2004 einen Autounfall und war zunächst vom Hals abwärts gelähmt. Nach intensiven Rehabilitationsmaßnahmen kann er zumindest wieder laufen. Das linke Bein und die linke Hand sind weiter gelähmt.

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