Vier (versuchte) Diebstähle, die nach typischen Mustern abliefen: Die Polizei erklärt, was man aus den Vorfällen in der Schwerter Innenstadt lernen kann und wie man sich richtig verhält.

Schwerte

, 22.10.2018, 15:18 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gleich vier Mal haben Taschendiebe am Freitag und Samstag in der Schwerter Innenstadt versucht, Beute zu machen – drei Mal mit Erfolg. Aus den Fällen lässt sich etwas über das typische Verhalten von Taschendieben lernen, so die Polizei.

Dieb fiel im Supermarkt mit verdächtigem Verhalten auf

Der aufsehenerregendste Vorfall spielte sich am Freitagnachmittag gegen 16 Uhr im Aldi-Markt an der Margot-Röttger-Rath-Straße ab. Dort fiel einem Polizeibeamten, der nicht im Dienst war, beim Einkaufen ein Mann durch verdächtiges Verhalten auf: „Der Mann nahm Sachen aus dem Regal, guckte sie aber gar nicht an, sondern beobachtete die Leute. Der Polizeibeamte dachte sich direkt, dass der Mann sicher nicht zum Einkaufen im Supermarkt ist“, so Ute Hellmann, Pressesprecherin der Polizei im Kreis Unna.

Und sie ergänzt: Auch wenn man als normaler Bürger so ein Verhalten bemerkte, sollte man tätig werden. Die einfachsten Varianten: Entweder, man beobachtet denjenigen ebenfalls – und möglichst auffällig. „Wer sich beobachtet fühlt, greift nicht zu“, so die Pressesprecherin. Oder man weise eine Kassiererin darauf hin, die dann vielleicht einen Ladendetektiv informieren kann. Oder man wählt den Notruf 110. „Man kann ruhig die Polizei rufen und seine Beobachtung schildern. Wichtig ist aber, sich nicht selbst in Gefahr zu bringen. Man weiß nie, ob derjenige bewaffnet ist“, so Hellmann.

Mann flüchtete über die Bahngleise

In dem Fall am Freitag blieb der Polizeibeamte dem Verdächtigen zunächst auf den Fersen, bis sich der Verdacht bestätigte: Der Mann drückte sich im Kassenbereich sehr nah an einen älteren Herrn. Der Senior bemerkte dies jedoch, stieß den den Mann weg, umklammerte sein Portemonnaie fest und wollte den Dieb festhalten. Dieser riss sich jedoch los und flüchtete. Der Polizeibeamte nahm die Verfolgung auf und verständigte seine Kollegen. Gemeinsam suchten sie die Bahnhofshalle und die Bahnsteige ab.

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Sie entdeckten den Flüchtigen hinter einen Güterwaggon gehockt. Er rannte dann jedoch weiter, überquerte die Gleise, sprang den Bahndamm in Richtung Westendamm herunter und flüchtete über den Hinterhof eines Wohnhauses. Die Polizisten suchten die Gegend noch ab, fanden den Mann aber nicht.

Die Zeugen haben ihn wie folgt beschrieben: circa 20 Jahre alt, etwa 1,80 bis 1,85 Meter groß, schlank, dunkle Haare und dunklere Hautfarbe. Er trug eine Jogginghose und ein Oberteil mit dem Logo „Paris Saint Germain“.

Taschendiebe bestehlen Schwerterinnen beim Einkaufsbummel

Während dieser Gesuchte ohne Beute blieb, waren andere Taschendiebe leider erfolgreicher: Einer 73-Jährigen und einer 61-Jährigen stahlen Taschendiebe am Samstagvormittag während des Einkaufsbummels die Geldbörsen. Diebe suchen sich solche Situationen, in denen potenzielle Opfer abgelenkt, Gedränge herrscht, bewusst aus, so Hellmann. „Die Schilderungen sind dann oft ähnlich: Eine der Schwerterinnen erinnerte sich, dass sie das Portemonnaie auf dem Wochenmarkt noch hatten, im ersten Laden auch noch, im zweiten wird dann bemerkt, dass es weg ist. Den Diebstahl an sich bekommen viele gar nicht mit.“

So war es auch beim dritten Diebstahl: Am Freitagabend war ein Ehepaar in einer Bankfiliale an der Rathausstraße, um Überweisungen zu tätigen. Möglicherweise hatten sie ihre Geldbörse dabei kurz an dem Automaten abgelegt. Letztlich war sie weg.

Die Polizei rät: So schützen Sie sich vor Trickdieben:
  • Rechnen Sie in Menschenmengen damit, dass Diebe sie ablenken wollen. Oft gehen Trickdiebe arbeitsteilig vor: Oft lenken sie die Opfer ab, indem ein Täter einen Stau im Gedränge provoziert, die Opfer scheinbar unabsichtlich anrempelt oder etwa nach der Uhrzeit, dem Weg oder Ähnlichem fragt. Ein Mittäter nimmt die Geldbörse oder das Handy aus den Taschen der Opfer und verschwindet unauffällig.
  • Seien Sie misstrauisch, wenn Sie von Unbekannten angesprochen werden, mit welchem Anliegen auch immer.
  • Tragen Sie Wertsachen und Dokumente nicht in der Handtasche bei sich, sondern verteilen Sie sie in verschlossenen Innentaschen Ihrer Kleidung. Empfehlenswert sind auch Brustbeutel, Gürtelinnentaschen oder Geldgürtel.
  • Tragen Sie Ihre Hand- oder Umhängetasche stets verschlossen unter dem Arm geklemmt und mit dem Verschluss zum Körper. In Geschäften, Fußgängerzonen oder ähnlich belebten Bereichen sollten Sie auch Rucksäcke immer verschlossen unter dem Arm tragen.
  • Verwahren Sie Wertgegenstände wie Geldbörse, Mobiltelefon und Schlüssel nicht in der Einkaufstasche, dem Einkaufskorb oder Einkaufswagen.
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