Die lebendige Lippe: In seinem neuen Film zeigt Ulf Marquardt ganz besondere Flussgeschichten

dzFilm über die Lippe

Ulf Marquardt hat einen neuen Film über die Lippe gedreht. Der Film, der im Dezember läuft, erzählt besondere Flussgeschichten. Und das mit Hilfe von spektakulären Drohnenbildern aus Werne.

Werne, Selm, Lünen, Haltern

, 04.12.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Filmemacher Ulf Marquardt (54) war im Sommer erneut an der Lippe unterwegs, um einen Film über den längsten Fluss in Nordrhein-Westfalen zu drehen. Nach dem ersten Naturfilm „An den Ufern der Lippe“, der im April im WDR ausgestrahlt wurde, soll es nun ein neues Werk rund um die Lippe geben.

Der Wunsch des Westdeutschen Rundfunks an Ulf Marquardt: Aus dem 45-minütigen Naturfilm einen 90-minütigen Film mit Protagonisten rund um die Lippe zu produzieren. Mittlerweile sind die Drehtage an der Lippe - auch in Werne - vorbei.

Beeindruckende Bilder und Geschichten entlang der Lippe

Nun ist der Filmemacher, der gebürtig aus Lüdinghausen kommt, gerade in der Endfertigung. Dafür muss er Material von 15 Terabyte sichten - und damit vergleichsweise ungefähr so viel wie etwa acht Millionen Bücher. Daraus entsteht Schritt für Schritt ein Film zum Leben an der Lippe.

Unter dem Namen „Die Lippe - Flussgeschichten zwischen Kohlenpott und Münsterland“ zeigt Ulf Marquardt beeindruckende Bilder entlang der Lippe. Auch der Ausstrahlungstermin steht nun fest. Der WDR zeigt den Film am Dienstag, 10. Dezember, um 20.15 Uhr.

Die lebendige Lippe: In seinem neuen Film zeigt Ulf Marquardt ganz besondere Flussgeschichten

Aus einem 45-minütigen Naturfilm hat Ulf Marquardt eine 90-minütige Reportage an der Lippe gemacht. Einige Szenen aus dem Naturfilm finden sich nun in der Fortsetzung mit dem Titel „Die Lippe - Flussgeschichten zwischen Kohlenpott und Münsterland“ wieder. © Ulf Marquardt

Aufnahmen mit der schnellen Racing-Drohne

„Ich bin gespannt, wie der Film zur besten Sendezeit angenommen wird“, sagt Marquardt. Der 90-minütige Film basiert auf dem Naturfilm, den der WDR bereits im April ausgestrahlt hat. Dazu kommen Geschichten rund um den Fluss. Die Vorgabe war, „in der Zeit nicht nur Frösche und Störche zu zeigen“, wie Marquardt erzählt.

Dazu brachte der erfahrene Kameramann eine gewisse Rasanz in den neuen Film. Das gelingt etwa mit einer sogenannten Racing-Drohne. „Sie ist winzig und schnell und kann dort fliegen, wo man sonst keine Aufnahmen machen kann“, erklärt Marquardt.

Bilder am Wehr in Werne

Die Drohne, die eine Geschwindigkeit von bis zu 90 Stundenkilometern erreichen kann, zeichnete für den aktuellen Lippe-Film unter Brücken, durch eine Schleuse oder durch Burgfenster hindurch auf.

„Die Drohne beschleunigt rasant. Damit sind ganz besondere Bilder entstanden“, so der Filmemacher. Auch am Wehr in Werne kam die Drohne zum Einsatz. Weitere Sequenzen sind aus Werne im Film zu sehen. Denn einige Highlights aus dem ersten Film werden noch einmal gezeigt, wie Marquardt erzählt.

Wasser der Lippe löscht Grube der Zeche Radbod

Dazu zählen etwa die Aufnahmen am Gersteinwerk. Dort hatte Marquardt mithilfe seines Kollegen Dr. Rudolf Diesel mit einer Zeitlupenkamera die Tiere festgehalten. Diese Aufnahmen seien auch bei den Zuschauern sehr gut angekommen, erzählt Marquardt.

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Im neuen Film geht es darum, besondere Geschichten, die an der Lippe entstanden sind, zu erzählen. Dazu gehört etwa der Blick auf das Grubenunglück auf der Zeche Radbod in Hamm. 1908 ereignete sich bei einer Schlagwetterexplosion eines der schwersten Grubenunglücke in der Geschichte des Bergbaus im Ruhrgebiet.

Die lebendige Lippe: In seinem neuen Film zeigt Ulf Marquardt ganz besondere Flussgeschichten

1908 kam es zu einer Schlagwetterexplosion an der Zeche Radbod in Hamm. Damals wurde die Grube mit Wasser aus der Lippe gelöscht. Die Geschichte rund um eines der schwersten Unglücke im deutschen Bergbau nimmt eine große Rolle in dem neuen Lippe-Film ein. © Stadtarchiv Hamm

Lippe spielt eine große Rolle

Seinerzeit kamen 350 Bergmänner ums Leben. Um das Bergwerk zu löschen, ließ man 300.000 Kubikliter Wasser aus der Lippe in die Grube hineinlaufen. „Und danach hat man das Wasser tatsächlich wieder in die Lippe gepumpt.“ Es sind Ereignisse, bei denen die Lippe eine große Rolle gespielt hat.

Entlang der Lippe hat Ulf Marquardt nach besonderen Geschichten gesucht, die er in seinem Film zeigen kann. Auch in Werne hatte er sich auf die Suche nach Protagonisten gemacht - allerdings vergeblich. Stattdessen kommen Menschen aus Hamm, Haltern und Lippstadt zu Wort, wie Ulf Marquardt erzählt. Und alte Römer. „Es geht um die Schifffahrt der Victoria. Da haben wir in Haltern stilecht ausgestattete Römer aufgenommen.“

Was es damit genau auf sich hat, sehen die Zuschauer am 10. Dezember im WDR im Film „Die Lippe - Flussgeschichten zwischen Kohlenpott und Münsterland“.

Die lebendige Lippe: In seinem neuen Film zeigt Ulf Marquardt ganz besondere Flussgeschichten

Naturfilmer Ulf Marquardt © Ulf Marquardt

Ulf Marquardt arbeitet seit 1991 als Autor, Regisseur, Kameramann und Produzent. Der gebürtige Lüdinghauser arbeitete für das öffentlich-rechtliche und private Fernsehen. Seit rund 20 Jahren dreht Marquardt als Kameramann selbst Filme. Der 54-Jährige kennt die Lippe sehr gut. Er ist in Lüdinghausen geboren, in Lünen zur Schule gegangen. Er hat in Selm gewohnt. Seine Frau kommt aus Werne. Heute lebt Marquardt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Pulheim.
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